Brüssel plant keine Umschuldung für Zypern

EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn.
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Die EU-Kommission ist Spekulationen über einen Schuldenschnitt für Zypern nach dem Vorbild Griechenlands entgegengetreten. Die Brüsseler Behörde arbeite nicht an einer Beteiligung des Privatsektors an einem Rettungspaket für die Inselrepublik, sagte Währungskommissar Olli Rehn nach einem Treffen der EU-Finanzminister am Dienstag. „Griechenland ist ein besonderer Kandidat und ein Einzelfall.“

Unklar blieb allerdings, ob Inhaber von Konten bei zyprischen Banken mit Verlusten rechnen müssen - ein Schritt, den Zypern ablehnt. Hierzu äußerte sich Rehn nur ausweichend. Ziel sei eine gerechte Lastenverteilung bei der Sanierung der Banken. „Wir arbeiten an einer Lösung für Zypern, die sowohl eine Schuldentragfähigkeit als auch die finanzielle Zukunftsfähigkeit sichert“, sagte Rehn.

Zypern äußerte indes scharfe Kritik an den sich seit Monaten hinziehenden Verhandlungen über die beantragten Hilfen von 17,5 Mrd. Euro. Sein Land werde von seinen EU-Partnern vor allem mit dem Vorwurf der Geldwäsche in die Ecke gedrängt, sagte der scheidende Präsident Demetris Christofias. „Wir waren gezwungen, um Unterstützung zu ersuchen, aber stattdessen werden wir verfolgt“, fügte der einzige kommunistische Staatschef in der EU hinzu. Dahinter stecke die Absicht, Zypern harte Auflagen für Finanzhilfen aufzuerlegen.

Die Finanzminister der Eurozone und der EU hatten sich bei ihren Gesprächen am Montag und Dienstag zu Details eines Rettungsplans bedeckt gehalten. Rehn äußerte sich aber zuversichtlich, dass nach den Wahlen in Zypern Mitte Februar im März ein Hilfspaket geschnürt werden kann. Zypern macht insbesondere zu schaffen, dass seine Wirtschaft und dabei vor allem die Bankenbranche eng mit dem Krisenherd Griechenland verwoben ist.


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