Tiwag-Zahlungen fließen auch in neue Infrastruktur

Neubau von Feuerwehrhaus und Gemeindesaal belastet Wenns mit 2,5 Millionen Euro. Von der Tiwag gibt es mehr als doppelt so viel Geld.

Von Thomas Ploder

Wenns –Während in Arbeitssitzungen hinter verschlossenen Türen noch intensiv am Budget der Gemeinde Wenns gefeilt wird, fielen im Gemeinderat bereits zwei wesentliche Beschlüsse mit deutlichen finanziellen Auswirkungen. So stimmte der Gemeinderat einstimmig dem Vertragsentwurf zu, der Pfarre in den nächsten 60 Jahren das Baurecht für das neue Feuerwehrhaus und den Gemeindesaal mit jeweils vier Euro je Quadratmeter und Jahr wertgesichert abzugelten.

Weil im Zuge des Neubaus der bestehende Pfarrsaal abgerissen wird, werden die Gebühren für die künftige Nutzung des Neubaus durch die Pfarre mit diesen Zahlungen gegengerechnet. Noch offen blieb in der jüngsten Sitzung die Frage der Übernahme der Abrisskosten, nutzte doch auch die Gemeinde den Pfarrsaal und sieht sich daher in der moralischen Pflicht, sich auch an den Abrisskosten zu beteiligen.

Um den Neubau zügig umzusetzen, beschloss das Kommunalparlament die Vergabe der Planungen und Ausschreibungen, die Entscheidung über die Oberbauleitung wurde nach einer Pattstellung von je sieben Pro- und Kon­trastimmen vertagt. Dem Angebot eines Unternehmens aus Inzing stand ein um elf Prozent höheres eines ortsansässigen Unternehmens gegenüber. Die Gemeinderäte wollten einerseits dem regionalen Anbieter den Zuschlag erteilen, andererseits aber den Grundsatz größtmöglicher Sparsamkeit nicht verletzen. Bürgermeister Walter Schöpf verzichtete auf das Recht, eine Entscheidung zu treffen, worauf der Gemeinderat eine Neuausschreibung des Auftrags befürwortete.

Ebenfalls einstimmig stimmten die Mandatare für den Vertragsentwurf der Tiwag in Bezug auf die künftige Abgeltung der unmessbaren Schäden durch das Kraftwerk Kaunertal. Wurden bisher die Zahlungen über das Land und den Gemeindeverband den vier Pitztaler Gemeinden ausgezahlt und von St. Leonhard aus verteilt, so erfolgen die Zahlungen in Zukunft direkt von der Tiwag an die jeweilige Gemeinde.

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Der seit 1966 bestehende Talvertrag bleibt unberührt, der neue Gemeindevertrag sieht für Wenns statt der bisher rund 18.000 Euro insgesamt Zahlungen in der Höhe von 38.096,64 Euro wertgesichert nach dem Verbraucherpreisindex vor. Die Berechnungsgrundlage hierfür bildet die 2008 erzeugte Jahresleistung des Kraftwerks, die mit 1,50 Euro je Megawattstunde als Basiswert für die Abgeltungen festgelegt wurde.

In den kommenden Jahren werden die tatsächlichen Zahlungen an die jeweils tatsächlich erzeugte Energiemenge des Vorjahres angepasst. Entsprechend dem Vertrag darf die Gemeinde Wenns diese Finanzmittel nicht nur zur Behebung tatsächlich auftretender Schäden, sondern auch zur Schaffung und Erhaltung von Infrastruktur einsetzen.


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