Dach eingestürzt: an Tschernobyls Atomruine nagt der Zahn der Zeit

Das Dach einer Maschinenhalle des Atomkraftwerks Tschernobyl ist eingestürzt. Ein Vorfall, der aufzeigt, dass der Bau eines neuen Sarkophags für die Atomruine zum Wettlauf mit der Zeit wird.

Kiew – Schneemassen haben an der Ruine des 1986 havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine das Dach einer Maschinenhalle teilweise zum Einsturz gebracht. Bei dem Unfall etwa 70 Meter entfernt von dem Sarkophag – der Betonhülle, die den explodierten Reaktorblock provisorisch abdichtet – sei keine Radioaktivität ausgetreten und niemand verletzt worden. Das teilte das Zivilschutzministerium der früheren Sowjetrepublik am Mittwoch mit.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach allerdings von einem beunruhigenden Signal. „Es gibt keine Garantie, dass in naher Zukunft nicht auch der Sarkophag einzustürzen beginnt“, sagte ein Sprecher in der Hauptstadt Kiew.

Der Tschernobyl-Block vier war am 26. April 1986 explodiert. 2012 wurde mit dem Bau eines 1,54 Milliarden Euro teuren neuen Schutzmantels begonnen, der den rissigen alten Sarkophag ab 2015 ersetzen soll. (dpa)

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