Ein Schwarzbau mit vier Sternen

Seit über einem Jahr ignoriert ein Hotelier in Mayrhofen den Rückbaubescheid für sein Hotel.

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Es war einmal eine Frühstückspension in Mayrhofen, die ein örtlicher Unternehmer kaufte und daraus ein schickes Vier-Sterne-Hotel machte. Allerdings hat die schmucke Herberge nun einen Makel: Sie ist ein Schwarzbau. Der Unternehmer hatte bei der Gemeinde Baupläne eingereicht, die nicht genehmigt wurden, weil erforderliche Abstände nicht eingehalten wurden. Er reichte daraufhin entsprechend geänderte Pläne ein und erhielt die Erlaubnis für den Umbau. „Gebaut hat er dann großteils nach den alten, abgewiesenen Bauplänen“, erklärt die Mayrhofner Gemeinderätin Monika Wechselberger.

Ein viel zu langes Vordach, ein zu weit herausgebautes Zimmer im zweiten Obergeschoß und ein zu geringer Abstand zum Nachbargrundstück waren das Resultat. Dem Hotelier flatterte daraufhin im Herbst 2011 ein Schreiben ins Haus mit der Aufforderung, den rechtsmäßigen Zustand des Bauwerks herzustellen. Der Unternehmer soll dagegen nicht berufen, sondern den Bescheid ebenso wie zwei Bitten um schriftliche Stellungnahme ignoriert haben, heißt es. Ende 2011 sei der Bescheid rechtskräftig geworden. Passiert ist am Bauwerk seither nichts.

„Diese Vorgehensweise ist eine Frechheit. Ein kleiner Gemeindebürger könnte sich das nicht erlauben“, ist GR Wechselberger überzeugt. Sie machte Bürgermeister Günter Fankhauser in mehreren Gemeinderatssitzungen ergebnislos auf den Missstand aufmerksam. „Eine Rückbaufrist verstrich Ende Juni 2012, dann hieß die allerletzte Frist Ende November und noch ist nichts geschehen“, kritisiert Wechselberger. „Der Gipfel ist, dass der Hotelier nach Ostern nun einen Zubau plant und im Zuge dessen die Missstände mitbeheben will.“ Detail am Rande: Ein enger Verwandter des Hoteliers ist auf der Liste des Bürgermeisters im Gemeinderat. „Es wird eine allerletzte Frist gewährt. Verstreicht sie, wandert der Akt zur Bezirkshauptmannschaft“, erklärt Bürgermeister Günter Fankhauser gegenüber der TT. Die neue Frist endet nun am 30. Juni 2013. Der Hotelier war gegenüber der TT zu keiner Stellungnahme bereit.

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