Streifschuss aus dem All: „Es schaut schlecht aus“

Der Asteroid kommt: Am Freitag passiert „2012 DA14“ nur 28.000 Kilometer über der Erdoberfläche unseren Planeten.

Wien – Ein Asteroid von der Größe etwa eines halben Fußballfelds wird Freitag (15.2.) Abend in einer Entfernung von nur rund 28.000 Kilometern an der Erde vorbeifliegen. Das ist nach Angaben der NASA eine „Rekord-Annäherung“, das Objekt wird deutlich näher vorbeiziehen, als geostationäre Satelliten, etwa Wetter- oder TV-Satelliten, der Erddrehung folgen (36.000 Kilometer). Die Astronomen versichern, dass keine Kollisionsgefahr mit dem Asteroiden „2012 DA14“ besteht. Grundsätzlich wäre das Ereignis mit einem guten Fernglas zu beobachten, für Österreich aber „schaut es schlecht aus“, wie man am Mittwoch an der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) in Wien zu APA sagte.

Seit Beginn der regelmäßigen Durchmusterung des Himmels nach möglicherweise bedrohlichen Asteroiden in den 1990er-Jahren haben die Wissenschafter nie ein Objekt dieser Größe gesehen, das der Erde so nahe kommt. Der am 23. Februar 2012 entdeckte Asteroid wird mit rund acht Kilometern pro Sekunde (etwa 29.000 km/h) Relativgeschwindigkeit zur Erde zwischen den geostationären Satelliten und jenen Objekten, die im „Low Earth Orbit“ zwischen 200 und 1.500 Kilometern die Erde umkreisen, wie etwa die Internationale Raumstation ISS (400 Kilometer), hindurch zischen. Eine Kollision des Asteroiden mit einem Satelliten sei zwar „extrem unwahrscheinlich“, die NASA informiert Satellitenbetreiber dennoch mit den aktuellen Berechnungen der Flugbahn von „2012 DA14“.

Die Angaben über die Größe des Asteroiden liegen bei rund 50 Metern. Astronomen gehen davon aus, dass das Objekt aus Silikatgestein besteht und schätzen seine Masse auf rund 130.000 Tonnen.

Grundsätzlich könnte man den Vorbeiflug von „2012 DA14“ mit einem Fernglas verfolgen. Die Meteorologen der ZAMG erwarten allerdings Freitagabend in weiten Teilen Österreichs trübes Wetter. Am ehesten werde es im Südwesten und im äußersten Westen Auflockerungen geben.

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Für jene, die dennoch eine Wolkenlücke erspähen, hat die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) Beobachtungsdaten parat: Demnach wird das Objekt von Wien aus gesehen um etwa 20.38 Uhr im Ostsüdosten aufgehen und sich zunächst sehr rasch durch die Sternbilder Jungfrau und Haar der Berenike bewegen. Die Astronomen erwarten eine Helligkeit, die in etwa jener des Planeten Neptun entspricht. Der Asteroid wird sich pro Minute um etwa den eineinhalbfachen Vollmonddurchmesser über den Nachthimmel bewegen - und damit gut vor dem Sternenhintergrund erkennbar sein. Weiter nach Norden verlangsamt sich der Lauf des Asteroiden, der sich dann wieder von der Erde entfernt. Er wandert durch das Sternbild der Jagdhunde nach Norden in den Großen Bären, wo er nach 23.00 Uhr langsam wieder entschwindet.

(S E R V I C E - Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie bietet am 15. Februar einen Vortragsabend mit Beobachtungsmöglichkeit bei Schönwetter, nur nach Anmeldung. Informationen unter www.waa.at. Die NASA bietet eine animierte Vorschau des Vorbeiflugs auf http://www.ustream.tv/recorded/29104663 und will auch einen Livestream der Asteroiden-Annäherung senden: http://www.ustream.tv/channel/nasa-msfc) (APA)


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