Mexikanische „Affenfrau“ erhielt würdevolle Beisetzung

Die Indio-Frau wurde 1860 in europäischen Zirkussen zur Schau gestellt.

Mexico-Stadt – Rund 150 Jahre nach ihrem Tod hat eine als „Affenfrau“ in europäischen Zirkussen zur Schau gestellte Indio-Frau aus Mexiko eine würdevolle Bestattung erhalten. Die Überreste der 1860 gestorbenen Julia Pastrana wurden am Dienstag (Ortszeit) nach der Überführung aus Norwegen in einem weißen Sarg auf einem Friedhof ihres Geburtsortes Sinaloa de Leyva im Nordwesten Mexikos beigesetzt.

Die 1,37 Meter große Pastrana hatte wegen einer Krankheit einen stark behaarten Körper und einen als affenähnlich beschriebenen Kiefer. Im 19. Jahrhundert war sie in Zirkussen in den USA und Europa als Sensation präsentiert worden.

Vor allem verdiente daran ein englischer Unternehmer, der sie geheiratet hatte. „Es darf keine weiteren Julia Pastranas geben“, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Sinaloa, Mario Lopez Valdez, bei der Trauerfeier. Die Behandlung, die die 1834 geborenen Frau seinerzeit erfahren habe, sei unwürdig und ein Verstoß gegen die Menschenrechte gewesen.

Pastrana hatte 1860 in Moskau einen Sohn zur Welt gebracht. Er hatte ihre Krankheit geerbt und starb einen Tag nach der Geburt. Wenige Tage später starb auch sie. Pastranas Leichnam wurde einbalsamiert und weiter zur Schau gestellt. Später kam er zu Forschungszwecken nach Oslo. Um die Überführung aus Norwegen hatte es ein jahrelanges Tauziehen gegeben. (APA)

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