Bergrettung testet erstes Elektro-Schneemobil auf der Planai

Der Prototyp „Snowbird“ läuft beinahe lautlos und emissionsfrei.

Schladming - Leise und mit null Emission ist der „Snowbird“ am Mittwoch über die Planai in Schladming geglitten. Das Fazit des Schladminger Bergretters Andreas Fischbacher: „Fährt sich nicht so schlecht.“ Er sowie seine Kollegen sollen das erste voll elektrische Schneemobil in den kommenden Tagen und Wochen - also auch bei der alpinen Ski-WM - im Echtbetrieb testen. Entwickelt wurde es von der Grazer Fachhochschule Joanneum in Kooperation mit der Planai-Hochwurzen-Bahnen und mithilfe des Landes Steiermark.

Die Idee dazu hatten die Schladminger Seilbahner, erklärte Projektleiter Johannes Haas von der FH Joanneum. „Bisherige Schneemobile sind laut, stinken und fahren zu schnell“, hieß es bei den Planai-Bahnen. Die rund 2,3 Mio. registrierten Snow-Mobile auf der Welt seien alle auf Aggressivität und Schnelligkeit ausgelegt, der Prototyp der FH dagegen setze auf sanfte Mobilität.

Sanft sind die Eckdaten des „Schneevogels“ aber nicht: Ein 25-KW-Induktionsmotor und eine Batterie mit 10,5 kWh und einem Gewicht von 120 Kilogramm bringt das insgesamt knapp eine halbe Tonne schwere Gefährt auf den Berg. Ausgelegt sei es zwar nicht auf Schnelligkeit in der Ebene, aber dort könne es mit dem Motor bis zu 100 km/h eine Distanz von rund 70 Kilometern zurücklegen. Da der „Snowbird“ aber auf dem Berg fahren soll, habe man eine Drossel bei 50 km/h gesetzt: „Unser Schnee-Mobil ist auf kurze, steigungsintensive Strecken ausgelegt“, meinte FH-Geschäftsführer Günter Riegler.

Das Ziel sei es, mit drei Leuten zumindest einmal ganz auf die Planai hinaufzukommen. Wie lange die Batterien tatsächlich halten, soll in den kommenden Wochen im Leistungstest bei der Schladminger Bergrettung ermittelt werden. Damit sie nicht mitten auf der Piste liegen bleiben, dokumentiert eine Anzeige am Mobil den verbrauchten Batteriestand in Prozent.

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Bisher wurden mehr als 100.000 Euro in den Prototyp investiert, die Hälfte stellte die FH Joanneum auf, den Rest das Land Steiermark, die Energie Steiermark und die Planai-Bahnen. Innerhalb eines Jahres wurde das Gefährt entwickelt und gebaut.

Derzeit koste es noch 10.000 Euro mehr als ein herkömmliches Schnee-Mobil, doch mit geeigneten Partner-Unternehmen könnte eine Serienreife schon in ein bis drei Jahren mit einer weiteren Investition von etwa 500.000 Euro erreicht werden, schätzten die Entwickler. Wichtig sei, die Kosten in den Griff zu bekommen, die Nachfrage sei jedenfalls international vorhanden. (APA)


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