Bus und Bahn kommen zu 97 Prozent pünktlich

15,5 Millionen Fahrgäste stiegen letztes Jahr in Bus und Bahn ein. Der Verkaufshit ist das Seniorenticket. An einem Tirol-Pass wird gebastelt.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –8625 Seniorentickets gingen über den Ladentisch. Ab 1. Februar können Senioren um 240 Euro pro Jahr im Netz des Verkehrsverbundes Tirol (VVT) in ganz Tirol mit Bahn, Bus und Straßenbahn fahren. Den günstigen Tarif auf andere Personengruppen auszuweiten, könne sich das Land nicht leisten, erklärt der für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständige Landesrat, Anton Steixner. „Da könnten wir gleich zusperren“, legt VVT-Geschäftsführer Jörg Angerer nach. Die Senioren nützen die Öffis nicht zu den Stoßzeiten und sorgen so für eine bessere Auslastung von Bus und Bahn.

Auch ein Jahresticket für Schüler und Lehrlinge um 60 Euro sei nicht finanzierbar. Ein ebensolches hatte die Opposition mehrfach gefordert. Das Schülerticket werde derzeit mit dem Bund verhandelt. Vier Millionen wird es kosten, die Hälfte davon soll der Bund stemmen. Für die Schüler wird ein Preis unter 100 Euro angepeilt.

Die Kritik, dass die Öffis noch zu teuer seien, lässt Steixner nicht gelten. „Wir können nicht immer Tickets subventionieren, sonst können wir nichts mehr investieren“, sagt Steixner.

83 Millionen Euro sind heuer für den ÖPNV im Landesbudget vorgesehen. Ungefähr gleich viel wie im Jahr zuvor. Die Öffis legen an Beliebtheit in Tirol laut Steixners Statistik zu. So wurden um fünf Prozent mehr Jahrestickets verkauft. 10.500 ohne Innsbruck wurden abgerechnet.

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Tirols Öffis haben auch bei der Kundenzufriedenheit aufgeholt. Lag man 2009 im Österreichvergleich an letzter Stelle, hat Tirol neben Vorarlberg jetzt das Siegerpodest erobert. 2,02 ist jene Note, die Bus- und Bahnkunden verteilt haben. Dazu beigetragen habe auch, dass 97 Prozent der Öffis pünktlich kämen, erklärt ÖBB-Regionalmanager Alexander Jug. Das Angebot sei massiv ausgebaut worden. Besonders gut angenommen werde die neue S-Bahn, erklärt Angerer. Hier plane man weitere Haltestellen. „Das wird noch einmal einen Zuwachs bei den Fahrgästen bringen.“

In Planung ist ein Tirol-Pass ähnlich dem Südtirol-Pass. Südlich des Brenners gilt für Bus und Bahn ein Ticket. Abgerechnet werden die tatsächlich gefahrenen Kilometer. Je öfter man in Südtirol mit Bus- oder Bahn fährt, desto billiger wird es. Bis 1000 Kilometer werden 8 Cent pro Kilometer verrechnet, bis 10.000 Kilometer vier Cent, danach zwei. „Diesen Tarif können wir uns nicht leisten“, meint Steixner. Besser als in Südtirol soll die Technik werden. Wann der Tirol-Pass kommt, konnte Steixner nicht sagen.

Er steigt in wenigen Wochen aus der Politik aus. Ob es in der neuen Regierung zu einer Zusammenlegung der Verkehrsagenden kommt, bleibt offen. Steixner ist sozusagen für den angenehmen Teil des Verkehrs zuständig. Die Öffi-Bilanz lässt sich gut verkaufen, seit das Land viel Geld in die Hand nimmt. Die Verkehrsagenden, mit denen man als Politiker wenig bis keine Lorbeeren einfährt, hat derzeit Landesrat Bernhard Tilg in Händen. Er ist für Transitverkehr und Co. zuständig. Und schließlich bleibt noch das Immissionschutz-Gesetz Luft, das den Tirolern bei dicker Luft Tempo 100 beschert. Dafür ist derzeit Umweltlandesrat Thomas Pupp zuständig.


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