Toter bei Lawinenabgang in Tirol: Ermittlungen eingestellt

Im Rahmen eines lawinentechnischen Gutachtens war geprüft worden, ob eine Sperre der Skipiste zu veranlassen gewesen wäre.

Innsbruck, Ischgl, Stockholm - Nach einem tödlichen Lawinenabgang auf eine Piste in Ischgl im Februar 2012 hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck die Ermittlungen gegen die örtliche Lawinenkommission eingestellt. Im Rahmen eines lawinentechnischen Gutachtens war geprüft worden, ob eine Sperre der Skipiste zu veranlassen gewesen wäre. „Dieses kam zum Ergebnis, dass der Lawinenabgang nicht vorhersehbar war“, hieß es in einer Presseaussendung der Anklagebehörde am Mittwoch.

Der Grund des Lawinenabgangs seien kleinere, lokal begrenzte Triebschneeansammlungen gewesen. Sowohl bis zum Unglückstag, dem 15. Februar, als auch am Tag selbst sei die Lawinengefahr als gering bis mäßig eingestuft gewesen.

„Untypische Lawinensituation“

Bei dem Lawinenunglück war ein 51-jähriger Schwede vor den Augen seiner zwölf- und 16-jährigen Kinder getötet worden. Die Abfahrt war zu diesem Zeitpunkt nicht gesperrt. Die Lawine war rund 100 Meter breit, die Schneemassen bis zu 1,50 Meter hoch. Der Mann wurde zwar rasch geortet und ausgegraben, dennoch blieben die Wiederbelebungsversuche erfolglos.

„Es handelte sich um eine absolut untypische Lawinensituation“, erläuterte die Staatsanwaltschaft. In den Stunden vor dem Unfall seien keine direkten Gefahrenzeichen erkennbar gewesen. Das Schneebrett sei daher auch aus Sicht des Sachverständigen für die Lawinenkommission nicht vorhersehbar gewesen. „Den Mitgliedern der Lawinenkommission kann daher kein Vorwurf gemacht werden“, hieß es in der Begründung. (APA)


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