Polizei verhinderte neue Hexenverbrennungen

Ein Lynchmob in Papua-Neuguinea wollte den Tod einer Achtjährigen rächen. Zwei Freuen konnten rechtzeitig gerettet werden.

Port Moresby – Zwei Frauen, die von einem Lynchmob der Hexerei beschuldigt wurden, sind von der Polizei von Papua-Neuguinea in letzter Minute vor dem Feuertod gerettet worden. Wie die Polizei laut einem Zeitungsbericht vom Mittwoch mitteilte, konnte sie bei dem Einsatz in der zentral gelegenen Provinzhauptstadt Mount Hagen 20 Verdächtige festnehmen. Eine Woche zuvor war im gleichen Ort eine 20-jährige Frau brutal misshandelt und als vermeintliche Hexe auf einem Abfallhaufen verbrannt worden.

Der Polizeichef der Provinz Western Highlands, Teddy Tei, berichtete der Zeitung „The National“, zwei ältere Frauen seien nach dem Tod einer Achtjährigen von deren Verwandten der Hexerei beschuldigt und an Pfähle gebunden worden. Als die von Augenzeugen alarmierten Polizisten eintrafen, wollte eine Menschenmenge die beiden Opfer gerade anzünden.

Die Ermittlungen ergaben dagegen, dass das Mädchen von zwei identifizierten Männern vergewaltigt und ermordet wurde, die dann selbst dem Lynchmob angehörten. Sie seien in Begleitung eines „Glasmannes“ gewesen, also eines Hellsehers, der die beiden Frauen dank seiner angeblich übernatürlichen Kräfte einer Hexerei beschuldigte, der das Mädchen zum Opfer gefallen sei. Ähnlich war es vergangene Woche der jungen Mutter ergangen, die angeblich den Tod eines Sechsjährigen verschuldet hatte.

Im Inselstaat Papua Neuguinea ist der Glaube an Magie weitverbreitet; natürliche Ursachen für plötzlichen Tod oder Unglücke werden oft nicht akzeptiert. Ministerpräsident Peter O‘Neill nannte die mit Hexereibeschuldigungen verbundenen Lynchmorde „barbarisch“ und forderte die Polizei auf, alle Schuldigen vor Gericht zu bringen. Die Regierung ermunterte Familien, die sich Fragen zum Tod von Angehörigen stellten, den Leichnam zur Autopsie zu einem Arzt zu bringen. (APA/AFP)

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