ORF-Debatte um Gebühren und Hinterseer

Wien – Das bevorstehende Ende der Gebührenrefundierung hat am Mittwoch auch den ORF-Publikumsrat beschäftigt. Laut Publikumsratsvorsitzendem...

Wien –Das bevorstehende Ende der Gebührenrefundierung hat am Mittwoch auch den ORF-Publikumsrat beschäftigt. Laut Publikumsratsvorsitzendem Hans Preinfalk komme das Auslaufen der Refundierung einer „Katastrophe“ gleich. Der ORF werde drastische Mittel ergreifen müssen und auch „die Auswirkungen auf das Programm 2014 werden erheblich sein“, wenn die Gebührenrefundierung nicht bald verlängert werde, so Preinfalk.

Dem bürgerlichen Publikumsrat Andreas Kratschmar ging dies indes zu weit. Er habe „die Nase voll davon, mit so genannten ‚Geisel-Listen‘ konfrontiert zu werden. Was wir brauchen, ist ein konsistentes Einsparungskonzept, in dem die Geschäftsführung darlegt, warum und nach welchen Kriterien sie einsparen will.“ Der erste Grundsatz könne dabei nicht lauten: „Sparen am Programm“, sondern: „Sparen fürs Programm“.

Hauptthema der Publikumsratssitzung war aber die Gesundheit. Für die Gesundheitsthemen in den ORF-Programmen gab es dabei viel Lob, zugleich den einhelligen Wunsch nach einem Ausbau des Angebots.

Unausweichliches Thema der Sitzung war auch das Aus für die Samstagabendshow von Hansi Hinterseer. TV-Direktorin Kathrin Zechner erklärte, dass die ARD bereits vor geraumer Zeit beschlossen habe, aus der Kooperation auszusteigen, um künftig verstärkt deutsche Schlagersänger zu fördern. Der Ausstieg der ARD habe es unmöglich gemacht, ein Projekt in diesem finanziellen Ausmaß weiterzuführen. „Hinterseer wird aber weiter im ORF vorkommen, ob es auch noch eine eigene Sendung gibt, wird sich weisen“, so die TV-Direktorin.

Mangelnden Jugendschutz in der TVthek kritisierte unterdessen der Jugend-Vertreter im Publikumsrat, Ulrich Lanzer. Anders als in den Mediatheken deutscher öffentlich-rechtlicher Sender können in der ORF-TVthek Krimisendungen wie „Tatort“ oder „Soko“ jederzeit abgerufen werden, während das bei der ARD etwa nur zwischen 20 und 6 Uhr möglich ist. Lanzer regte an, dass man sich am deutschen Vorbild orientieren sollte. Das stieß bei Preinfalk auf wenig Gegenliebe, damit kippe man nämlich den Grundgedanken der TVthek: fernsehen, wann und wo man will. (APA)


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