Neue Gesprächsrunde zwischen IAEA und Iran gestartet

Die Fronten bleiben hart: Bei den seit einem Jahr andauernden Atomgesprächen der IAEA mit dem Iran gab es bisher kaum Bewegung. Der Zugang zu einer umstrittenen Militäranlage könnte eine Annäherung bringen.

Teheran, Wien – Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat eine neue Gesprächsrunde mit dem Iran begonnen. Experten unter Leitung des Atom-Chefinspekteurs Herman Nackaerts verhandelten am Mittwoch in Teheran mit Regierungsvertretern über strittige Fragen zum iranischen Atomprogramm. Knackpunkt war auch diesmal der bisher verwehrte Zugang zu einer umstrittenen Militäranlage.

Der Iran knüpft Bedingungen an eine Besichtigung der Militäranlage Parchin in der Nähe von Teheran. Nur wenn das Recht des Landes auf ein ziviles Atomprogramm anerkannt werde, werde die Regierung den Zutritt gewähren. Westliche Geheimdienste vermuten, dass dort Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfe stattgefunden haben.

Bisher keine Fortschritte

Bisher brachten die seit über einem Jahr laufenden Gespräche keinen Fortschritt. Dabei ging es bislang nicht um Inhalte, sondern nur um die Festlegung eines Zeitplans für die Abarbeitung offener Fragen. Nackaerts zeigte sich am Dienstag in Wien vor dem Abflug nach Teheran vorsichtig optimistisch: «Wir werden gute Verhandlungen haben.»

Gleichzeitig verkündete der Iran, dass er seine Urananreicherung erweitert habe. Über die neuen und schnelleren Zentrifugen in der Anreicherungsanlage in Natans habe Teheran die IAEA informiert, sie seien im vergangenen Monat installiert worden, bestätigte der Direktor des iranischen Atomprogramms, Ferejdun Abbasi, laut Berichten staatlicher Medien. Diese moderneren Zentrifugen würden jedoch für eine Urananreicherung von bis zu fünf Prozent benützt und nicht höher.

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Weiterer Zugang zu Dokumenten und Experten?

Viele Staaten verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies vehement. Der Iran behauptet, sein Nuklearprogramm sei nur zivil ausgerichtet. Die Experten rund um Nackaerts fordern ihrerseits weiteren Zugang zu Dokumenten und Experten im Land, um die mögliche militärische Dimension des Nuklearprogramms zu prüfen.

Bereits in zwei Wochen finden weitere Atomgespräche mit dem Iran statt. Die 5+1-Gruppe trifft sich Ende Februar in Kasachstan mit iranischen Regierungsvertretern, um das Land zur Einstellung der Urananreicherung zu bewegen. Im Gegenzug bieten die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sowie Deutschland wirtschaftliche und technische Kooperation an. (dpa)


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