American Airlines und US Airways beschlossen Megafusion

Die nach Passagierzahlen größte Airline der Welt würde durch die Fusion, die am Donnerstgag verkündet werden soll, entstehen.

American Airlines und US Airways hatten ihre Fusion schon im Februar verkündet.
© REUTERS/Mike Theiler

New York - Der Zusammenschluss von American Airlines und US Airways zur größten Fluglinie der Welt scheint beschlossene Sache. Wie das „Wall Street Journal“ und die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Mittwoch (Ortszeit) meldeten, haben die Verwaltungsräte beider Seiten die Fusion gebilligt. Wie es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen hieß, soll das Geschäft an diesem Donnerstag offiziell verkündet werden.

Neue American Airlines würde größte Fluggesellschaft der Welt

American Airlines ist nach Passagierzahlen die drittgrößte Fluggesellschaft der Vereinigten Staaten, US Airways ist Nummer fünf. Zusammengenommen verdrängen sie die ebenfalls aus einer Fusion entstandene United Continental vom Spitzenplatz und steigen sogar zur weltweiten Nummer eins auf. Erwartet wird, dass der Name American Airlines bestehen bleibt.

Im vergangenen Jahr kamen die zwei Fluglinien zusammen auf einen Umsatz von 38,7 Mrd. Dollar (28,71 Mrd. Euro). American Airlines bringt mehr als 600 Flugzeuge in die Ehe ein, US Airways annähernd 350 Jets. Hinzu kommen noch einmal mehr als 550 kleinere Maschinen, die bei den Regionalgesellschaften American Eagle und US Airways Express im Einsatz sind.

Die Gesellschaften bieten auch Flüge nach Europaan, vor allem nach Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und München. Dazu nutzen sie die Netze der großen Luftfahrt-Bündnisse: American Airlines ist Mitglied der Oneworld und somit ein Partner von Air Berlin. US Airways ist in der Star Alliance, der auch die Lufthansa angehört.

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American Airlines bekommt mehr Anteile, US-Chef wird neuer konzernchef

Nach allem, was bisher aus den Verhandlungen nach Außen gedrungen ist, soll die American-Airlines-Seite 72 Prozent der Anteile am neuen Unternehmen halten, auf die kleinere US Airways entfielen 28 Prozent. Dafür werde US-Airways-Chef Doug Parker zum Konzernchef befördert, sein American-Airlines-Kollege Tom Horton werde dem Verwaltungsrat vorsitzen, hieß es. Parker hatte den Zusammenschluss vorangetrieben.

Die Gespräche laufen schon seit einem Jahr. Sie hatten kurz nach der Insolvenz der American-Airlines-Muttergesellschaft AMR begonnen. Es wurde damit gerechnet, dass noch in dieser Woche eine Entscheidung fällt, weil wichtige Fristen ablaufen. Die Fluggesellschaften selbst äußerten sich am Mittwoch nicht zum Stand der Fusionsverhandlungen.

Fusion soll aus der Insolvenz helfen

Wie das „Wall Street Journal“ anmerkte, wird American Airlines die Fusion nutzen, um aus der Insolvenz herauszukommen. Der Plan müsse deshalb noch vom zuständigen Insolvenzgericht abgenickt werden. Auch die Wettbewerbshüter müssen dem Geschäft zustimmen, wobei es bei früheren Zusammenschlüssen in der Luftfahrtbranche hier kaum Probleme gab. Bis zum endgültigen Zusammengehen kann es dadurch aber noch Monate dauern.

Die Fusion biete den Gläubigern von American Airlines die Möglichkeit, einen guten Teil ihres Geldes zu retten, schrieb das „Wall Street Journal“. Fast alle großen US-Fluggesellschaften waren in den vergangenen Jahren durch Insolvenzen gegangen und hatten dabei ihre hohen Kosten vor allem beim Personal reduziert. Auch American Airlines hatte einen massiven Stellenabbau angekündigt. (APA/dpa)


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