Österreichs Wirtschaft schrumpfte Ende 2012 gegenüber Vorquartal

Die OeNB prognostizierte zuletzt für Anfang 2013 bereits wieder einen BIP-Anstieg.

Wien - Österreichs Wirtschaft ist Ende vergangenen Jahres wie erwartet leicht geschrumpft: Gegenüber dem Vorquartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum Oktober bis Dezember real um 0,2 Prozent zurück, nach noch 0,1 Prozent Zuwachs im 3. Quartal. Im Jahresabstand legte das BIP im 4. Quartal aber um 0,4 Prozent zu, nach 0,6 Prozent Plus im 3. Quartal. Diese Ergebnisse der Schnellschätzung gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag bekannt.

Erstmals seit längerem kein Wachstum

Damit hat die heimische Wirtschaft Ende 2012 im Vergleich zum Vorquartal erstmals seit längerem kein Wachstum aufgewiesen. Im 3. Quartal 2011 hatte das BIP stagniert, seither hatte es vier Mal in Folge real ein leichtes Quartalswachstum gegeben. Die deutsche Wirtschaft ist im 4. Quartal 2012 stärker abgestürzt, dort sackte das BIP im Quartalsabstand um 0,6 Prozent ab.

Auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) war zuletzt - Mitte Jänner - von einem leichten Rückgang des heimischen BIP im 4. Quartal ausgegangen, prognostizierte aber für das 1. Quartal 2013 schon wieder ein Quartalswachstum von 0,2 Prozent.

Für das gesamte Jahr 2012 ergab sich laut Wifo für Österreich nach vorläufiger Berechnung ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent, wie das Institut am Donnerstag erklärte. Das deckt sich mit der IHS-Prognose von Dezember, das Wifo hatte damals noch lediglich 0,6 Prozent reales BIP-Wachstum erwartet.

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Grund für die gebremste Dynamik der heimischen Wirtschaft im 4. Quartal war laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) die Konjunkturschwäche im Euro-Raum. Dadurch wurde die Exportnachfrage gedämpft, insbesondere jene nach Waren. Auch die heimische Nachfrage entwickelte sich schwach.

Weniger Exporte, weniger Importe

Die Exporte sanken im Zeitraum Oktober bis Dezember gegenüber der Vorperiode um 0,1 Prozent - nach noch 1,0 Prozent Zuwachs im Vorquartal. Doch auch die Importe verloren im Jahresverlauf an Schwung und waren im 4. Quartal mit 0,1 Prozent rückläufig; im 3. Quartal hatte es hier noch 0,4 Prozent Plus gegeben.

Die Exportflaute spiegelt sich laut Wifo auch in der heimischen Industriekonjunktur: Die Expansion der Wertschöpfung im produzierenden Bereich verringerte sich voriges Jahr von Vierteljahr zu Vierteljahr: Im 4. Quartal ergab sich dann - erstmals seit dem 2. Quartal 2009 - ein Rückgang und zwar um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die private Konsumnachfrage sank im 4. Quartal gegenüber der Vorperiode um 0,1 Prozent, nach einer Stagnation im 3. Quartal. Ebenso zurückhaltend verhielten sich nach Angaben der Wifo-Experten die heimischen Unternehmen in ihren Investitionen: Die Bruttoanlageinvestitionen (Bau- und Ausrüstungsinvestitionen) stagnierten aufgrund der Einschränkung der Ausrüstungsinvestitionen. Zum Jahresende hin ließ die Nachfrage nach Ausrüstungen dann nochmals etwas nach.

Bauwirtschaft stabilisierte sich

In der Bauwirtschaft dagegen stabilisierte sich die Konjunktur weiter. Sowohl die Nachfrage nach Bauinvestitionen (+0,4 Prozent) als auch die Wertschöpfung der Bauwirtschaft (+0,2 Prozent) wurden im 4. Quartal gegenüber der Vorperiode abermals ausgeweitet.

Gestützt wurde die heimische Wirtschaft im 4. Quartal laut Wifo zudem durch die Wertschöpfung im Grundstücks- und Wohnungswesen sowie durch die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. Kaum Impulse lieferten dagegen Handel, Kfz, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie.

Die BIP-Daten für das 4. Quartal im Detail wird das Wifo am 8. März veröffentlichen. Bereits am 21. März - wegen der Karwoche vorverlegt - steht dann die nächste vierteljährliche Konjunkturprognose von Wifo und Institut für Höhere Studien (IHS) an. (APA)


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