Ehemaliger Alpenkönig-Chef wegen Betruges verurteilt

Neun Monate bedingt lautete letztlich das Urteil gegen Udo Wanner, Richter Josef Geisler sah eine klare Täuschungshandlung gegeben.

Innsbruck – In der Causa rund um das einstige Reither Luxushotel Alpenkönig wurde am Donnerstag in Innsbruck ein Urteil gesprochen. Die Anklage gegen Hauptgesellschafter Udo Wanner hatte es in sich: So soll Wanner der Immobilienleasing­sparte der Hypo Alpe Adria Bank einen Schaden von rund 1,5 Millionen Euro zugefügt haben. Den größten Anteil hat dabei der Verkauf des Personalhauses III im Jahr 2005. Das später zurückgeleaste Objekt war dabei gegenüber der Hypo vertraglich als behördlich bewilligt beschrieben worden, obwohl keine Bau- und Benützungsbewilligung vorlag.

Zusätzlich sollen an die Hypo verpfändete Wohnungsmieteinnahmen durch eine Umgehung über Wanners mit­angeklagte Lebensgefährtin an der Bank vorbeigeflossen sein. Wanner leugnete jedoch bislang am Landesgericht jeden Betrugs- oder Vereitelungsvorsatz vehement. Sein – mittlerweile verstorbener – Anwalt habe versichert, dass alles in Ordnung sei.

Von der umfangreichen Anklage blieb heute am Landesgericht vorab relativ wenig übrig. Nach bereits zahlreich vorliegenden Entscheidungen durch Zivilgerichte lag seitens des angeklagten Ehepaars keine Benachteiligung von Gläubigerinteressen vor. Auch bezüglich der angeklagten Nicht-Überweisung von Dienstnehmerbeiträgen wurde Udo Wanner freigesprochen - hatte sich durch Zeugenaussagen seitens der Gebietskrankenkasse doch eindeutig ergeben, dass dafür ein mittlerweile verstorbener Rechtsanwalt de facto zuständig gewesen war.

Eine klare Täuschungshandlung und somit das Delikt des Betruges sah Richter Josef Geisler jedoch bei der Vertragserrichtung über den Verkauf des Personalhauses an die Hypo Alpe Adria gegeben. Ließ Wanner doch beim Verkauf festhalten, dass das Objekt über eine Benützungsbewilligung verfüge, was tatsächlich jedoch nicht der Fall war. Leitende Angestellte der Bank sagten als Zeugen aus, dass sie das Objekt damals keineswegs ohne Benützungsbewilligung erworben hätten. Als Betrugsschaden nahm das Gericht jedoch nicht die angeklagten 1,26 Millionen, sondern nur 12.800 Euro an. Das ist jener Betrag, den die Hypo Alpe Adria letztlich aufwenden musste, um dann doch noch zur Benützungsbewilligung für das Objekt zu gelangen.

Udo Wanner erbat sich für den Schuldspruch – Neun Monate zur Gänze bedingte Haft – Bedenkzeit, Staatsanwältin Karin Schiffmann erhob jedoch sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung. Weitere Ermittlungen bezüglich des Gesamtkomplexes Alpenkönig und dessen Niedergangs wegen Verdachts der betrügerischen Krida behängen weiter. Diesbezüglich gilt die Unschuldsvermutung. (fell)


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