Form passt: Landertinger will nach „Traumrennen“ nun auch Medaille

Nach seiner Top-Leistung in der Verfolgung will der Tiroler heute bei der Biathlon-WM für Österreichs erste Medaille sorgen. Favorit Svendsen kann wegen einer Erkrankung nicht antreten.

Nove Mesto - Nach der zum Teil sehr guten, aber medaillenlosen ersten WM-Woche geht es für die österreichischen Biathlon-Herren am Donnerstag (17.15 Uhr/live ORF eins) in Nove Mesto mit dem Einzel weiter. Im traditionellsten und mit 20 km längsten aller Bewerbe ist vor allem Dominik Landertinger nach seiner starken Vorstellung im Verfolgungswettkampf ein heißer Medaillentipp. Der Massenstart-Weltmeister von 2009 war im Jagdrennen der beste Mann im ganzen Feld und stürmte ohne Fehlschuss von Platz 15 auf Endrang fünf vor.

Auch Simon Eder tankte mit den Rängen zehn und zwölf Selbstvertrauen für die drei noch ausstehenden Rennen. Steigern muss sich hingegen Daniel Mesotitsch, der bisher zweimal nicht in die Top 20 kam. Komplettiert wird das ÖSV-Quartett von Fritz Pinter, der die ersten Bewerbe wegen einer Grippe verpasst hatte. Julian Eberhard ist nach schwachen Leistungen bereits abgereist, stattdessen fungiert der zuletzt formschwache Christoph Sumann als Ersatzmann.

„Gibt sowieso nur Vollgas“

In Bestform präsentierte sich hingegen Landertinger. „Das war ein Traumrennen, vier mal null und eine super Laufleistung. Die Form passt, ich bin nach dem Sprint nicht nervös geworden“, sagte der Tiroler. Nun gelte es auch im Einzel am Schießstand so konzentriert zu arbeiten und läuferisch gebe es sowieso nur „Vollgas“, bekräftigte Landertinger. „Wenn alles passt, kann ich eine Medaille machen“, ist sich der im bisher einzigen 20er der Saison Ende November zweitplatzierte Tiroler sicher.

Schnellschütze Eder schoss im Verfolger zwar dreimal daneben, präsentierte sich aber läuferisch überraschend stark. „Das war eindeutig wieder ein Schritt nach vorne. Das gibt mir Zuversicht für die nächsten Rennen. Ich hoffe, ich kann es am Schießstand diesmal besser machen“, meinte der Salzburger.

Der in dieser Saison wiedererstarkte Pinter hält sich nach nur wenigen Trainingstagen mit Prognosen zurück. „Es ist leider nicht viel Zeit zur Vorbereitung geblieben, aber der Einstieg war recht gut und vielversprechend. Es bleibt mir ja keine Wahl, im 20er gilt jetzt sowieso nur hopp oder dropp. Ich muss schauen, was der Körper hergibt“, erklärte Pinter im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Da dem Schießen mit einer Strafminute pro Fehler viel Bedeutung zukomme, müsse man zum Glück nicht „Vollgas wegpushen“, so Pinter, der erst am Dienstag im frisch verschneiten Nove Mesto seine ersten Runden drehte.

Wie das ÖSV-Team stehen auch die mit deutlich höheren Erwartungen in die WM gegangenen Deutschen um Andreas Birnbacher und Miriam Gössner noch ohne Edelmetall da. Nach dem schlechtesten WM-Start seit 16 Jahren wurden die Vorgaben bereits nach unten korrigiert. „Ich möchte um die Medaillen kämpfen. Ob es dann eine wird oder fünf oder sechs, das ist egal“, sagte Cheftrainer Uwe Müssiggang.

Svendsen tritt wegen Erkrankung nicht an

Der nach bisher drei Goldmedaillen als Topfavorit geltende Norweger Emil Hegle Svendsen kann nicht antreten. Laut einer Mitteilung des norwegischen Teams ist der im Sprint, der Verfolgung und mit der Mixed-Staffel siegreich gewesene Olympiasieger erkältet und verzichtet als Vorsichtsmaßnahme im Hinblick auf die Staffel und den Massenstart auf den Start.

Topfavoriten ist nun Martin Fourcade (FRA/3 x Silber). Fourcade will nach seinem um nur 2,4 Zentimeter verpassten Sieg in der Verfolgung jetzt Gold holen. „Ich bin zuversichtlich. Ich fühle, das ich im Einzel ganz oben sein kann. Ich hoffe auf den WM-Titel“, sagte der Franzose.

Titelverteidiger ist der Slowene Jakov Fak, der in Tschechien als Sprint-Dritter ebenfalls schon eine Medaille geholt hat. Die bisher letzte bei einer WM für Österreich gab es übrigens 2011 im Einzel durch Sumann, der Bronze holte. (APA)


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