Johanna Wanka als neue deutsche Bildungsministerin im Amt

Deutschlands neue Bildungsministerin will Schavans Politik fortsetzen. Innovation, Forschung und Bildung seien entscheidend für die Zukunft Deutschlands, sagte Wanka bei ihrem ersten Pressestatement im neuen Amt.

Berlin, Lübeck - Die neue deutsche Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will die Politik ihrer Amtsvorgängerin Annette Schavan (CDU) fortsetzen. Innovation, Forschung und Bildung seien entscheidend für die Zukunft Deutschlands, sagte Wanka bei ihrem ersten Pressestatement im neuen Amt am Donnerstag in Berlin. Zuvor hatte sie von Bundespräsident Joachim Gauck ihre Ernennungsurkunde erhalten. Wanka sagte weiter, eine reiche Nation wie Deutschland „muss es ermöglichen können, dass jeder seinen Bildungsweg gehen kann - ungeachtet seiner sozialen Herkunft“. Dabei seien Begabtenförderung und Breitenförderung kein Gegensatz.

Auch nach dem durch Rücktritt von Schavan (CDU) als Bildungsministerin wegen Plagiatsvorwürfen will die Universität Lübeck ihr die Ehrendoktorwürde verleihen. Das Präsidium und der Senat sähen „keine Veranlassung“, von ihrem bereits vor mehr als einem Jahr gefassten Beschluss abzuweichen, teilte die Universität nach einer Sitzung ihrer Gremien am Mittwochabend mit. Sie will Schavan unter anderem deshalb ehren, weil sie mit Bundesmitteln einen Kompromiss ermöglicht hatte, mit dem die wegen Landeskürzungen drohende Schließung der Uni abgewendet worden war.

Schavan habe angeboten, die Ernennung bis zu Beendigung ihres Rechtsstreits um die Vorwürfe auszusetzen und die Uni dann neu befinden zu lassen, erklärte die Universität. Das sei ein „sehr ehrenwerter Vorschlag“, auf den aber nicht eingegangen werde. Allerdings werde die Übergabe der Urkunde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Bereits vor der Gremiensitzung hatte das Präsidium der Universität erklärt, die Ehrendoktorwürde sei „kein akademischer Grad“. Während dieser wegen einer wissenschaftlicher Leistung zuerkannt werde, könnten mit der Verleihung des Doktortitels ehrenhalber (Dr. honoris causa, h.c.) durch eine Universität „besondere persönliche Verdienste um die Wissenschaft“ gewürdigt werden.

Schavan war am Samstag zurückgetreten, nachdem die Universität Düsseldorf ihr etwa 30 Jahre nach der Dissertation den Doktortitel wegen Plagiatsvorwürfen aberkannt hatte. Sie will sich aber gegen die Entscheidung juristisch zur Wehr setzen. (APA/dpa)


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