Wind weht rauer am Arbeitsmarkt

Das AMS erwartet heuer steigende Arbeitslosenzahlen. Vor allem Jobsuchende mit Einschränkungen haben es schwer.

Von Angela Dähling

Schwaz –So viele Menschen wie nie hatten im Bezirk Schwaz im Vorjahr einen Job. „Mit 34.627 unselbstständig Beschäftigten können wir von einem Beschäftigungsrekord sprechen“, bilanziert die Leiterin des Schwazer Arbeitsmarktservices (AMS) Andrea Schneider. Allerdings erhöhte sich auch die Zahl der Arbeitslosen auf durchschnittlich 1699 Personen um 3,03 Prozent. Die Erklärung: „Im Handel gab es nicht zuletzt durch die Eröffnung des Einkaufszentrums Stadtgalerien den stärksten Zuwachs an Stellen – allerdings besonders im Teilzeitbereich“, sagt Schneider.

Damit erklärt sich auch, warum die Arbeitslosigkeit bei Frauen sank, bei Männern indes zunahm. Eine der größten Herausforderungen sieht die AMS-Chefin in der Vermittlung der Personen mit Einschränkungen. Nicht zuletzt wegen einer Gesetzesänderung. „Seit Jahresbeginn müssen Arbeitnehmer, deren Arbeitsfähigkeit z. B. nach längerer Krankheit wie Krebs oder Bandscheibenschäden unklar ist, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und sich bewerben, bis die Gesundheitsstraße der Pensionsversicherungsanstalt ihre Arbeitsfähigkeit abgeklärt hat“, erläutert Schneider. „Und wenn sie mit Einschränkungen für arbeitsfähig erklärt werden, müssen sie zum Teil schlecht bezahlte Jobangebote, die sie trotz der krankheitsbedingten Einschränkungen ausüben können, annehmen.“

Die Arbeitsmarktprognose für 2013 ist nicht sehr rosig. Die Wirtschaft erwarte ein gedämpftes Wirtschaftswachstum und das AMS damit verbunden stagnierende Beschäftigung, steigende Arbeitslosigkeit und Zunahme der Armutsentwicklung. „Davon werden wir auch im Bezirk Schwaz etwas spüren, wenngleich wir durch den guten Mix von Industrie, Tourismus und Handel gut aufgestellt sind“, sagt Schneider.

Im Tourismus würden vermehrt Stellen durch ungarische Arbeitskräfte besetzt werden. „Die Nachfrage nach Köchen und Kellnerinnen und generell nach Fachkräften ist dennoch weiterhin groß“, betont Schneider.

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