Eisfalle schlug wieder zu

Innerhalb weniger Tage stürzten zweimal junge Urlauber in Niederau über einen zwölf Meter hohen Eisfall ab. Die Absicherung sei ausreichend, betont der Geschäftsführer.

Von Katharina Zierl

Wildschönau –Es war die falsche Fährte. Fünf holländische Schüler zwischen 15 und 16 Jahren folgten am Mittwoch mit ihren Skiern und Snowboards Spuren im Tiefschnee. Ignorierten Warntafeln und Absperrband und landeten im Skigebiet von Niederau in einem steilen Graben. Einer der Jugendlichen stürzte über einen zwölf Meter hohen, vereisten Wasserfall. Die anderen vier rutschten ebenfalls ab. Alle blieben unverletzt.

Die Spuren im Tiefschnee, welche die Truppe zur Fahrt ins freie Gelände verleitete, stammten von einem 8- und 12-jährigen Kind, die am Sonntag ebenfalls den steilen Eisfall hinuntergestürzt waren. „Dass die Kinder und Jugendlichen in beiden Fällen unverletzt blieben, ist wirklich ein Riesenglück“, sagt Alpinpolizist Christoph Silberberger. Er war an beiden Rettungseinsätzen beteiligt. „Als ich am Mittwoch hörte, dass an derselben Stelle wieder Skifahrer abgestürzt waren, konnte ich es zuerst nicht glauben“, erzählt der Alpin­polizist. Während die Kinder am Sonntag mit dem Hubschrauber geborgen werden mussten, reichte am Mittwoch ein Seil, um die Jugendlichen aus ihrer misslichen Lage zu befreien. „Nur wer bergerfahren ist, kann sich aus diesem Graben selbst befreien“, sagt Silberberger.

Dass sich innerhalb nur weniger Tage gleich zwei Abstürze an derselben Stelle ereigneten, sei ein unglücklicher Zufall, sagt der Geschäftsführer der Schatzbergbahnen, Ludwig Schäffer: „In den 28 Jahren meiner Tätigkeit hier hat es an dieser Stelle vorher noch keinen gröberen Zwischenfall gegeben.“ An einer mangelhaften Absicherung der Piste würde es „sicher nicht“ liegen. „Neben einem 300 Meter langen Absperrband sorgen auch Warntafeln für ausreichende Sicherung“, sagt Schäffer, der „an die Vernunft der Skifahrer“ appelliert, sich nicht in abgesperrtes Skigelände zu begeben.

In beiden Absturzfällen wurden andere Skifahrer auf die Hilferufe der Betroffenen aufmerksam. „Der Graben ist vom Skigebiet aus nicht einsehbar und befindet sich rund 100 Meter davon entfernt. Ein Glück, dass Skifahrer die Rufe gehört haben“, erklärt Alpinpolizist Silberberger.

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Am Donnerstag kam es zu einer erneuten Rettungsaktion: ein Skifahrer ist in einem steilen Graben in der Wildschönau festgesessen. Dem Dänen blieb der Absturz über den zwölf Meter hohen Eisfall erspart, er hatte sich lediglich im tiefen Schnee in eine missliche Lage gebracht. Er wurde von der Pistenrettung unverletzt geborgen.


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