Die „Grillini“ mischen Italien auf

Bei der Parlamentswahl Ende nächster Woche können Protestbewegungen zum Zünglein an der Waage werden.

Rom –Im Finale des Wahlkampfs in Italien legen Klein- und Protestparteien stark zu. Die Parteistrategen der großen Blöcke und Politologen warnen davor, dass das Land unregierbar werden könnte. Neuwahlen noch in diesem Herbst wären wohl die Folge.

Am besten konnte bisher der Komiker Beppe Grillo die Enttäuschung gegenüber der etablierten Politik für sich nutzen. Seine „Fünf Sterne“-Bewegung lag in den letzten Umfragen bei knapp 15 Prozent, Tendenz steigend. Damit könnte der Genueser hinter dem Linksbündnis von Pier Luigi Bersani und dem Rechtsbündnis von Silvio Berlusconi auf dem dritten Platz landen und bei der Regierungsbildung das Zünglein an der Waage spielen.

Der 64-Jährige mit der charakteristischen Lockenmähne tourt mit seinem Camper durch das Land und wettert gegen Parteien, Gewerkschaften, Medien, Justiz, EU, Banken und Steuern, vor allem aber die „Kaste“, wie er italienische Politiker nennt – „korrupt und überbezahlt“. Er tritt deftig auf: „Ich kann es nicht mehr ertragen, diese Verzweiflung mitanzusehen und zugleich diese Arschgesichter im Fernsehen zu sehen.“ Vor allem aber erreicht er seine Fans über das Internet.

Die „Grillini“ sind aber nicht die Einzigen, die Italien derzeit politisch aufmischen. Im linken Lager buhlen auch eine Anti-Mafia-Bewegung und eine linksgrüne Bewegung um Stimmen. Dies kann zu einer starken Zersplitterung der Parteienlandschaft führen und die Regierungsbildung sehr schwierig machen. (TT, APA)

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