Der Kirche nah, aber für die Welt verborgen

Rom – Nach seinem Rücktritt vom Amt will Papst Benedikt XVI. zurückgezogen leben, seiner Kirche aber im Gebet nah sein. Das kündigte er zwei...

Rom –Nach seinem Rücktritt vom Amt will Papst Benedikt XVI. zurückgezogen leben, seiner Kirche aber im Gebet nah sein. Das kündigte er zwei Wochen vor Ende seines Pontifikats am Donnerstag an. Auch am Tag nach seiner letzten großen Zeremonie im Petersdom wurde er von den Zuhörern mit herzlichem Applaus empfangen. Vor Priestern seines Bistums sagte der Papst, der zugleich auch Bischof von Rom ist: „Auch wenn ich mich nun zurückziehe, bin ich im Gebet immer nah bei euch und ihr werdet immer nah bei mir sein, selbst wenn ich für die Welt verborgen bleibe.“

Auf die Gründe für seinen Rücktritt ging Benedikt nicht weiter ein. „Ich danke euch, danke für eure Zuneigung, für die große Liebe für den Papst“, so der 85-Jährige. Nach der Veranstaltung gab es einige „Viva il papa“-Rufe für das scheidende Oberhaupt der katholischen Kirche.

Der Papst wird auch nach seinem Rücktritt am 28. Februar den Namen Benedikt XVI. behalten. „Das ist ein Name, auf den er nicht verzichten kann“, sagte Pressesprecher Pater Federico Lombardi bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Der Vatikan bestätigte gestern auch, dass Benedikts Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, den Papst nach dessen Rücktritt zunächst auf der Reise nach Castel Gandolfo und später ins Kloster begleiten werde. Der 56-Jährige werde zudem weiter Leiter der Präfektur des päpstlichen Hauses sein. Was auf lange Sicht aus dem engen Vertrauten von Joseph Ratzinger wird, blieb aber weiter unklar.

Rom rüstet sich unterdessen für den Massenansturm von Gläubigen aus der ganzen Welt. Hunderttausende Pilger werden in den nächsten Tagen zum Petersplatz strömen, um die letzten öffentlichen Auftritte Benedikts zu verfolgen und auf die Verkündung des neuen Pontifex zu warten. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Vatikan wurden verschärft. Rom will für die Sicherheit rund um die Groß­events des Papst-Rücktritts, des Konklave und der Messe zur Amtseinweihung des neuen Papstes 4,5 Millionen Euro aufwenden. (dpa, TT)

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