Anna Fenninger: „Ich bin nach Hause und habe gebügelt“

Für Anna Fenninger gab es bei der Heim-WM in Schladming doch noch ein „Happy End“. Dafür fuhr sie aber erst einmal nach Hause.

Gratulation zu Bronze, wie sind Sie mit dem Druck umgegangen, der auf Ihnen lastete?

Fenninger: Es war eine enorm schwierige Weltmeisterschaft für mich. Die erste Woche war sehr hart, nicht nur für mich. Es gab so viel zu tun, unzählige Termine mit Medien und Fans standen auf dem Programm. Ich hatte kaum Zeit für mich selbst. Heute hatte ich meine letzte Chance auf eine Medaille. Ich war überhaupt nicht nervös vor dem Rennen. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass es heute klappen könnte.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie im Ziel als Zweite abgeschwungen hatten?

Fenninger: Das war kein tolles Gefühl, als ich den Zweier aufleuchten sah. Es standen ja noch zwei Damen am Start.

Wie haben Sie auf den verpatzten Auftakt reagiert?

Fenninger: Es lief alles andere als nach Wunsch. Ich bin im Super G und der Super-Kombi ausgeschieden. Auch die Abfahrt verlief nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Das hat sehr viel Kraft und Energie gekostet. Ich bin dann für einen Tag nach Hause gefahren und habe den Reset-Knopf gedrückt.

Was haben Sie zu Hause gemacht?

Fenninger: Ich habe mich entspannt, Wäsche gewaschen und gebügelt.

Wie war Ihre eigene Erwartungshaltung am heutigen Tag?

Fenninger: Ich habe mir im Riesentorlauf am wenigsten erwartet. Ich wollte vor der WM eine Medaille, daran habe ich nicht mehr geglaubt. Ich habe die Erwartungshaltung heute wegschalten können. Ich habe nicht mehr an das gedacht, was ich erreichen kann, sondern nur an das was ich kann.

War das Ihr Erfolgsrezept?

Fenninger: Ich bin einfach locker geblieben, trotzdem hatte ich noch die richtige Anspannung. Ich habe mich wieder auf das Wichtige konzentriert, nämlich das Skifahren. Das war die Lösung. Ich hatte wieder ein gutes Gefühl wie bei einem normalen Weltcuprennen.

Wäre sogar noch mehr möglich gewesen?

Fenninger: Worley ist heute in ihrer eigenen Liga gefahren. Die sechs Hundertstel Sekunden auf Maze wären sicherlich drin gewesen, aber so ist der Sport.

Was steht heute bei Ihnen noch auf dem Programm?

Fenninger. Ich werde mit meinem ganzen Umfeld feiern. Das haben wir uns verdient. Danach freue ich mich auf ruhigere Tage bevor es wieder gilt Kraft zu tanken.

Das Gespräch zeichnete Günter Almberger auf


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