„Im Mai muss Wacker oben sein“

Vor dem Auftakt in Ried (Samstag) zählt für Carlos Merino nur Wackers Kollektiv.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Den Blick zum Himmel oder ins Fernsehen zum Wetterbericht blendet Carlos Merino zur Stunde tunlichst aus. Keine Sekunde will sich der (stolze) Spanier damit beschäftigen, ob die Auftaktpartie der Fußball-Bundesliga morgen (16 Uhr) in Ried tatsächlich stattfinden wird: „Wir müssen uns im Kopf nur auf dieses Spiel fokussieren und dürfen nicht daran denken, dass das Spiel nicht stattfindet.“ Punkt.

Für den Klassenerhalt benötigt Wacker auch einen starken Regisseur, einen Merino in Topform, der nach der Torflaute 2012 auch wieder einmal trifft: „Wir brauchen nicht nur einen besseren Carlos Merino, sondern am besten jeden Einzelnen besser. Aber die Vorbereitung hat gezeigt, dass wir alle besser in Form und bei besserer Laune sind“, ortet der 32-Jährige, der in exakt einem Monat zur Schnapszahl (33) wechselt jene Aufbruchstimmung, die schon für ein starkes Finish im abgelaufenen Fußball-Herbst sorgte.

Es war in der Wintervorbereitung augenscheinlich, das Wacker-Coach Roli Kirchler Merino möglicherweise in einer anderen etwas weiter zurückgezogenen Rolle im zentralen Mittelfeld sieht. Nicht nur weil Kapitän Tomáš Abrahám in Ried wegen Gelbsperre ausfallen wird, soll der Spanier mit seiner Übersicht als vermeintlicher „Achter“ neben dem „Sechser“ (Simon Piesinger) den Spielaufbau beleben. Zumindest deutete sich diese Variante mehrmals an. „Egal, wo und ob ich spiele. Ich gebe immer 100 Prozent und will das Vertrauen des Trainers zurückzahlen.“ Systemtechnische Fragen würgt Merino („the players make the system work“) mit jener weitverbreiten These ab, dass die Wirkung jeder taktischen Formation eben von der Klasse und Umsetzung der einzelnen Akteure abhängt.

Persönliche Eitelkeiten seien im Abstiegskampf sicher nicht gefragt: „Es zählt nur, dass das Team gewinnt. Und egal, ob ich im Sommer bleibe oder gehe (Vertrag läuft mit Saisonende aus, Anm. d. Red.), will ich Wacker Innsbruck im Mai in der Bundesliga sehen.“ Mit dieser Berufsauffassung steigt Merino heute in den Bus. Dicke Funktionsunterwäsche will er in Ried nicht tragen. Damit fühle er sich „compressed“ – eingeschränkt. Und Wacker muss sich ja hinten freischaufeln.

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