Massenproteste gegen Kriegsverbrecher in Bangladesch

Die Demonstranten forderten die Todesstrafe für all diejenigen, die sich im Unabhängigkeitskrieg vor mehr als 40 Jahren Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben.

Dhaka - Mehrere Millionen Menschen sind am Donnerstag zu Massenprotesten in zahlreichen Städten Bangladeschs auf die Straße gegangen. Sie forderten die Todesstrafe für all diejenigen, die sich im Unabhängigkeitskrieg vor mehr als 40 Jahren Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben. Sie verlangten außerdem ein Verbot der islamistischen Partei Jamaat-e-Islami.

Die Proteste in Bangladesch hatten am 5. Februar begonnen, als ein Gericht den stellvertretenden Generalsekretär dieser Partei, Abdul Quader Mollah, wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilte. Tausende Jugendliche gingen daraufhin auf die Straße und forderten für ihn die Todesstrafe. Seither eskalieren die Proteste. Demonstranten besetzten am Donnerstag Straßenkreuzungen in den wichtigsten Städten des Landes.

Das heutige Bangladesch war nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 zunächst ein Teil Pakistan. 1971 erkämpfte es sich in einem blutigen Krieg mit indischer Unterstützung die Unabhängigkeit. Schätzungsweise drei Millionen Zivilisten wurden in den acht Monaten von pakistanischen Kräften und ihren Kollaborateuren ermordet, rund 200 000 Frauen vergewaltigt. Am 21. Januar 2013 wurde der frühere Jamait-e-Islami-Chef Abul Kalam Azad wegen Verwicklung in diese Verbrechen in Abwesenheit zum Tode verurteilt. (APA/dpa)

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