Steinbrück doch offen für TV-Duell mit Raab als Moderator

Der SPD-Kanzlerkandidat will zwei Fernsehdiskussionen mit Merkel, während die Kanzlerin eine Debatte für ausreichend hält.

Berlin - Der Kanzlerkandidat der deutschen Sozialdemokraten, Peer Steinbrück, lehnt den Entertainer Stefan Raab als Moderator für ein TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht mehr grundsätzlich ab. „Wenn Angela Merkel dann auch mit Stefan Raab einverstanden ist, wird es so geschehen“, sagte Steinbrück der „Bild“-Zeitung (Freitag). Zugleich erneuerte der SPD-Politiker seine Forderung nach zwei TV-Duellen mit der Kanzlerin.

„Ich halte zwei TV-Duelle, am besten eins mit privaten und eins mit öffentlich-rechtlichen Sendern für angemessen“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat und frühere Finanzminister. „Darüber gibt es Verhandlungen zwischen den Sendern, uns und der CDU. Die Sender schlagen dabei die Moderatoren vor.“ Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll es mit dem 8. September bereits einen festen Termin für ein TV-Duell geben. Die Bundestagswahl findet am 22. September statt.

Kanzlerin Merkel hatte zuletzt mitteilen lassen, sie sehe keinen Grund, von ihrer Tradition der Jahre 2005 und 2009 abzuweichen, jeweils nur eine TV-Debatte zu führen. Den Entertainer Raab als Co-Moderator hatte der frühere CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber vorgeschlagen, um auch jüngere TV-Zuschauer für Politik zu interessieren.

Steinbrück hatte Raab zunächst abgelehnt. „Nein, Politik ist keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft, ohne dass es dabei humorlos zugehen muss“, hatte er der „Rhein-Neckar-Zeitung“ gesagt. Die ProSiebenSat1 Media AG, für die Raab arbeitet, reagierte mit Unverständnis auf Steinbrücks Äußerung. Er halte die Aussage für „hochproblematisch“ sagte ein Unternehmenssprecher. Es könne nicht sein, dass einzelne Politiker versuchten, den Sendern die Gesprächspartner vorzuschreiben. „‘Steinbrück kneift vor Raab‘ ist auch keine schöne Schlagzeile, wenn man eine Wahl gewinnen möchte“, sagte der Sprecher. Zudem habe Raab in zwei Wahlsendungen und einer neuen Talkshow bewiesen, „dass er ein ernstes Interesse an politischen Themen hat“. (APA/dpa/AFP)

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