Nationalpark nimmt Motive der Besucher unter die Lupe

Im Juli startet an zwölf hochfrequentierten Punkten der Parkregion die Befragung von rund 900 Gästen. Der Fokus liegt auf der Wertschöpfung.

Von Claudia Funder

Matrei i. O. –Je mehr man über die Besucher weiß, desto eher kann man das Angebot auf deren Wünsche abstimmen, Fehler ausmerzen und Optimierungen durchführen.

Seit langem schon geht der Nationalpark Hohe Tauern Tirol in die Tiefe, hinterfragt Programmpunkte und führt in Kooperation mit dem Institut für Freizeit- und Tourismuswirtschaft (MCI) in Innsbruck alle paar Jahre Motiverhebungen durch. Ziel der Aktionen ist es, Gäste noch näher kennen zu lernen.

„Ursprünglich war es eine klassische Motiverhebung, warum der Gast da ist und was ihn besonders anzieht“, so Florian Jurgeit von der Nationalparkverwaltung.

Schon die vorliegenden Ergebnisse der bisher vier Befragungen waren sehr aufschlussreich, was die Hauptmotive für den Urlaub in der Osttiroler Parkregion betraf. 77 Prozent gaben an, wegen der „Erholung und Gesundheit in der schönen Berglandschaft“ zu kommen, Knapp 60 Prozent wollten „weg vom Massentourismus“. Für die Hälfte der Befragten waren „Sehen und Erleben von alpinen Tieren und Pflanzen“ wichtige Motive für die Wahl des Ferienortes.

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„Seit Beginn der Erhebungen stieg die Bedeutung des Nationalparks Hohe Tauern als Hauptmotiv für die Urlaubsentscheidung deutlich an“, erklärt Florian Jurgeit. Und die Besucher kommen selten nur einmal. 66 Prozent gaben an, „Wiederholungsurlauber“ zu sein. Interessant ist, dass der Park zum überwiegenden Anteil intellektuelles Publikum anzieht. Jurgeit: „Knapp 60 Prozent haben Matura, über 34 Prozent einen Uni- oder Fachhochschulabschluss.“

Ab Juli startet man nun einen neuen Anlauf mit der nächsten Auflage der Befragung. Jurgeit: „Sie befindet sich derzeit in der Planungsphase.“ An zwölf hochfrequentierten Punkten des Parks werden sich Praktikanten mit mehrseitigen Fragebögen in der Hand wieder an volljährige Besucher wenden.

Die Grundfragen zu Motiven bleiben gleich, aber heuer liegt der Fokus auf der Wertschöpfung. Es geht um wirtschaftliche Parameter, etwa um Fragen, wie viel an Wertschöpfung Gäste in die Region bringen und was davon durch den Nationalpark bewirkt wird. Empfindet der Besucher den Urlaub als billig oder teuer? Eine wichtige Frage sei laut Jurgeit auch, wie und wo der Besucher nächtige und wie viele der Beherberger Partnerbetriebe seien.

Gespannt ist man auf Auskünfte der Gäste, wie die Wahl auf den Nationalpark fiel. „Uns interessiert, wie der Besucher mit dem Nationalpark erstmals in Kontakt kam – über Reisebüro, Katalog, Internet oder Dokumentationen im Fernsehen“, erklärt Jurgeit, der davon ausgeht, dass TV-Dokus eine nicht unwesentliche Rolle bei der Wahl des Urlaubsortes spielen.

Nach den detaillierten Befragungen von rund 900 Besuchern wird ausgewertet. Jurgeit: „Es dauert rund zwei bis drei Monate, bis der Rohbericht vorliegt.“ Im Anschluss werde den Interviews mit den Gästen näher nachgegangen, um gegebenenfalls Verbesserungen durchzuführen.


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