Über 4000 Gäste kamen zum ÖVP-Wahlkampfauftakt

Erwin Pröll startete am Donnerstagabend in Schwechat vor 4000 Funktionären in den Landtagswahlkampf. Das Motto der ÖVP diesmal: „Alle kämpfen gegen uns.“

Schwechat – Beim Wahlkampfauftakt der ÖVP Niederösterreich für die Landtagswahl hat Landeshauptmann Erwin Pröll vor 4000 Menschen am Donnerstagabend in Schwechat den 3. März als Tag der Entscheidung über den künftigen Weg des Bundeslandes bezeichnet - ob es mit Klarheit ein Vorankommen geben werde oder aber Unberechenbarkeit und Streit einziehen. „Die NÖ Volkspartei steht für Arbeit, Klarheit, Erfahrung und Sicherheit“, betonte er. Und: Wer ihn wähle, kaufe nicht die Katze im Sack.

„Alle gegen uns“

Das Match laute „alle gegen einen“ oder auch „alle gegen uns“. Bereits die letzten Jahren hätten einen harten Wahlkampf erwarten lassen, aber was sich jetzt abspiele, lasse Fürchterliches erahnen, so Pröll. Acht Listen hätten das Ziel, die absolute ÖVP-Mehrheit zu brechen. Das sei in einer Demokratie ohne Frage legitim, aber „kein Zukunftsprogramm für das Land“. Pröll stellte unter Hinweis darauf, dass die SPÖ nur fünf Prozent der Beschlüsse in der Landesregierung eingebracht habe, die Frage, wo denn die Gegner die vergangenen fünf Jahre gewesen seien, und sprach von seinem Sammelsurium an Typen - von Piraten über religiöse Fanatiker bis zu jenen, „die glauben, die Politik kaufen zu können“, spielte Pröll auf Frank Stronach an. Aber das Vertrauen der Menschen könne man nicht kaufen, das müsse man sich jahrelange harte Arbeit erwerben - „das haben wir getan, andere sicher nicht“.

Pröll kritisierte die Ankündigung Stronachs, obwohl Listenerster für das Team Stronach, nicht in den Landtag einziehen zu wollen: „Mit der Demokratie spielt man nicht.“ Stronach sei jedes Mittel recht, um auf sich aufmerksam zu machen. Er, Pröll, halte Beschimpfungen schon aus, aber das Land als Diktatur und Saustall zu beschimpfen gehe eindeutig zu weit: „Dagegen setzen wir uns zur Wehr, Herr Milliardär.“ Damit beleidige Stronach Land und Leute, die seit der russischen Besatzung hart gearbeitet hätten, während er am 4. März in seinem Luxus-Jet in seine kanadische Heimat fliege. Niederösterreich sei kein Spielzeug, das man in die Ecke wirft, wenn es einem nicht mehr gefällt, so wie Stronach das gemacht habe, erinnerte Pröll an dessen einstige Projekte, von der Fußballakademie Hollabrunnn über die Wiener Austria bis zum FC Wiener Neustadt samt abgesagtem Stadionbau.

Pröll: Wahlgang keine „gmahte Wiesn“

Der 3. März sei die beste Chance, das zurückzuweisen und Klarheit zu schaffen für Niederösterreich am Weg nach vorn. Und: „Vertrauen wir auf die Menschen und ihr Urteilsvermögen und unsere Stärke und Kraft.“ Der Wahlgang sei aber keine „gmahte Wiesn“, appellierte Pröll an seine Gesinnungsgemeinschaft, in den kommenden 17 Tage Überzeugungsarbeit zu leisten. Es dürfe „kein Haus, keinen Platz, kein Wirtshaus“ geben, „wo wir nicht gesagt haben, was wir geleistet haben und was am Spiel steht.“

In der Vergangenheit seien Herausforderungen bewältigt worden, verwies Pröll u.a. auf die Wirtschafts- und Finanzkrise. Das Bundesland habe aufgeholt und sich durch Internationalisierung und auch die Kulturszenerie einen anerkannten Platz auf europäischer Ebene erarbeitet. National und international stehe man in Zeiten härter werdender Arbeits- und Lebenswelten aber vor vielen Fragezeichen, sprach er sowohl die Frage des Euro als auch die kommende Nationalratswahl an. Umso wichtiger seien Einsatz und Durchsetzungsvermögen in der Zukunft. Ein klares Bekenntnis legte Pröll zu den Bauern ab: „Wir stehen zu euch“, wandte er sich gegen die „linke Enteignungspolitik“. Inhaltlich gehe es um den weiteren Ausbau des Sozialbereiches, noch innovativer zu werden, wodurch im Land zukunftsträchtige Jobs geschaffen werden, und in der Verwaltung noch schneller und effizienter zu werden. (APA)


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