Krankenkassen erzielten 2012 ein Plus von 138 Millionen Euro

Ein Minus von 31,9 Mio. Euro verzeichnete einzig die SVA der gewerblichen Wirtschaft. Die Tiroler Krankenkasse bilanzierte ausgeglichen.

Wien - Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr bei einem Gesamtbudget von 15,4 Mrd. Euro einen Überschuss von 138,3 Mio. Euro erzielt. Das geht aus den am Freitag vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger veröffentlichten vorläufigen Gebarungsergebnissen für 2012 hervor. Im Minus ist demnach lediglich die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft. Für 2013 wird ein Überschuss aller Kassen von 31 Mio. Euro erwartet.

Anfang 2012 wurde das Plus noch mit 66 Mio. Euro veranschlagt, im Mai stapelten die Kassen mit erwarteten 24 Mio. Euro sogar noch tiefer. Der nun erreichte Überschuss von 138 Mio. Euro ist niedriger als 2011, als 240 Mio. Euro geschafft wurden.

Positiv schlossen die Gebietskrankenkassen in der Steiermark (+43,8 Mio. Euro), in Wien (+24,2), Kärnten (+12,2), Salzburg (+8,9) und Oberösterreich (+4,2) ab, im Plus sind auch die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (+31,9) sowie die Versicherungsanstalten öffentlich Bediensteter (+19,5) und für Eisenbahn und Bergbau (+2,4).

Ausgeglichen bilanzierten die GKKs in Niederösterreich, dem Burgenland, Tirol und Vorarlberg. Ein Minus von 31,9 Mio. Euro verzeichnete einzig die SVA der gewerblichen Wirtschaft.

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Für heuer erwarten die Kassen nur noch 31 Mio. Euro Gebarungsüberschuss, allerdings ist in den vergangenen Jahren das Endergebnis immer deutlich über den Prognosen gelegen. Ein positiver Saldo wird demnach nur bei den Gebietskrankenkassen in Wien, Oberösterreich, Steiermark und Salzburg sowie bei den Bauern erwartet. Ausgeglichene Ergebnisse sollen die Kassen im Burgenland und Vorarlberg abliefern, alle anderen rutschen dieser Prognose zufolge ins Minus.

Außer WGKK alle schuldenfrei

Der Schuldenabbau bei den Krankenkassen ist im Vorjahr weiter fortgeschritten. Außer der Wiener Gebietskrankenkasse mit 211 Mio. Euro an Verbindlichkeiten waren laut vorläufigem Endergebnis für 2012 alle Kassen schuldenfrei. Ein Jahr zuvor betrug der Schuldenstand noch 300 Mio. Euro, neben der WGKK waren damals auch noch die Gebietskrankenkassen in Kärnten und der Steiermark betroffen. Im Jahr 2010, am Beginn der Krankenkassenkonsolidierung, lag der Wert noch bei über einer Milliarde Euro.

Hauptverbands-Chef Hans Jörg Schelling zeigte sich mit dem vorläufigen Gebarungsergebnissen zufrieden. „Der Überschuss 2012 und die Prognose für das laufende Jahr sind umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass trotz der im Dezember 2012 beschlossenen Gesundheitsreform und des damit eingeleiteten Kostendämpfungspfades in Höhe von 1,372 Mrd. Euro bis zum Jahr 2016 seitens der Krankenkassen im selben Zeitraum über 5,6 Mrd. Euro mehr in das heimische Gesundheitssystem fließen werden“, erklärte er in einer Aussendung.

Angesichts der nun vorliegenden Februar-Prognose gab sich Schelling optimistisch, dass der in der aktuellen 15a-Vereinbarung mit den Ländern festgelegte Pfad der Ausgabenobergrenzen realistisch zu erreichen sei. „Die Krankenkassen haben ja bereits in den vergangenen Jahren vorgezeigt, wie so ein Kostendämpfungspfad erfolgreich umgesetzt werden kann, ohne dass es zu Leistungseinschränkungen bei den Patienten und Patientinnen gekommen ist“.

„Ohne Eingriffe wäre SVA im Plus“

Schelling verwies auch darauf, dass die Kassen trotz der von der Bundesregierung im Rahmen des Stabilitätspaktes beschlossenen Maßnahmen heuer mit einem Überschuss in Höhe von 31,4 Millionen Euro rechnen. Genau diese Eingriffe stoßen der SVA der gewerblichen Wirtschaft sauer auf. „Ohne Eingriffe von außen hätte die SVA im Jahr 2012 einen Gewinn von 21,5 Mio. Euro und 2013 über 12,5 Mio. Euro erwirtschaften können“, klagte Peter McDonald, geschäftsführender Obmann der SVA, etwa über die gesetzlich beschlossene doppelte Hebesatzsenkung (also geringere Überweisungen der Pensionsversicherungsanstalten zur Finanzierung der Krankenversicherung der Pensionisten).

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl wiederum forderte finanzielle Gerechtigkeit für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), die - obwohl rein arbeitgeberfinanziert - nicht nur für Arbeits-, sondern auch für Freizeitunfälle aufkommen müsse. Auch der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, verlangte ein Ende der Quersubventionierung der Krankenkassen durch die Unfallversicherung. (APA)


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