Braucht der Pass ein Loch?

Die Tiroler Tageszeitung lädt die Bevölkerung zur Diskussion über Lösungen angesichts des Dauerstaus an der Fernpassstrecke ins Volksschul- und Kulturzentrum Lermoos ein.

Von Helmut Mittermayr

Lermoos –In der modernen Herzmedizin setzt man einen Stent als Implantat, wenn die Verstopfung eines Gefäßes noch nicht vorangeschritten ist. Ist die Ader schon weitgehend verschlossen, hilft nur noch eine Überbrückung mit einem Bypass. Kommt es zum Vollverschluss, droht der Infarkt. Nicht zufällig wird die Fernpassroute als Verkehrsader bezeichnet. Ob auch hier ein chirurgischer Eingriff dringend nötig ist, darüber scheiden sich die Geister im Bezirk. Das TT-Forum am kommenden Mittwoch, den 20. Februar, um 19.30 Uhr, im Volksschul- und Kulturzentrum Lermoos will eine Antwort darauf liefern.

Der Bau eines Scheiteltunnels am Fernpass wird von vielen Außerfernern als naheliegendste Maßnahme gefordert, um Sicherheit und Flüssigkeit auf der Strecke zu erhöhen. Der Eingriff sei ja nicht dramatisch. Andere wiederum sehen darin nur sinnentleerte Symptombekämpfung, die Krankheit an sich werde negiert. Ein homöopathisches Paket an Maßnahmen sei effektiver.

Zwischen Vils und Nassereith rinnt der Verkehr an manchen Tagen problemlos, an anderen steht alles. Die tägliche Durchflussmenge entscheidet zwischen Stau und freier Fahrt. Bei der Zählstelle Bichlbach betrug der Tagesschnitt im Jahr 2011 14.208 Verkehrsteilnehmer, davon 1379 Schwerfahrzeuge. Am 12. März passierten gar 28.729 Fahrzeuge den Mess­punkt, was zum absoluten Kollaps führte. Irgendwo zwischen diesen beiden Ziffern beginnt die „Verstopfung“ der Ader. „Den exakten Punkt kann niemand benennen. Er hängt von vielen Parametern wie Witterung und anderen Einflüssen ab. Würden etwa alle gleichmäßig 60 km/h fahren, gäbe es viel weniger Stau“, weiß Wolfgang Haas, Chef des Baubezirksamtes. An Samstagen wird der Knackpunkt fast immer erreicht, in Zeiten von Urlauberschichtwechsel immer überschritten.

Welche Medizin für die selbst kränkelnde und so machen krankmachende Fernpassstrecke nun die richtige sein könnte, darüber diskutieren in Lermoos Bürgermeisterin Maria Zwölfer, Bezirkspolizei-Kdt. Egon Lorenz, Günther Zotz von der Bürgerinitiative Lärmschutz Wengle und Wolfgang Haas. Das TT-Forum, zu dem die Bevölkerung herzlichst zum Mitdiskutieren eingeladen ist, leitet TT-CR Mario Zenhäusern. Mittwoch, 20. 2., 19.30 Uhr, Kulturzentrum Lermoos.

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