Wahlsonntag mit Brisanz

Dietmar Lachner (SPÖ) und Dietmar Wallner (ÖVP) – die Jenbacher entscheiden morgen, wer Langzeitbürgermeister Wolfgang Holub nach 22 Jahren Amtszeit nachfolgt.

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Seit 1946 stellte die SP in Jenbach den Bürgermeister. Am morgigen Sonntag werden in der Marktgemeinde die Karten um den Bürgermeistersessel neu gemischt. Denn im Herbst des Vorjahres trat der SP-Langzeitbürgermeister Wolfgang Holub nach 22 Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurück. Noch bei der Wahl 2010 hatte er als Bürgermeisterkandidat fast 54 Prozent der Stimmen geholt – und seine Gegenkandidaten Wolfgang Palaver (Gemeinsam für Jenbach – Grüne und Unabhängige), Hans Margreiter (FP) und Dietmar Wallner (VP) ins Abseits gestellt. Wallner, der damals 25 Prozent der Stimmen erhielt, will es jetzt nochmal wissen. Er und Gemeindevorstand Dietmar Lachner (SP) stellen sich morgen den 5107 Wahlberechtigten – darunter sind 222 EU-Bürger – in der Unterländer Gemeinde. Gewählt wird von 7 bis 15 Uhr in den Räumlichkeiten der Volksschule.

Von einer sachlichen und fairen Wahlwerbung sprechen die beiden Bürgermeisterkandidaten. „Wir waren bestrebt, unsere persönlichen Qualitäten und Schwerpunkte hervorzuheben, ohne den jeweils anderen anzupatzen“, resümiert Wallner, der seit Holubs Rücktritt im Oktober amtsführender Bürgermeister ist. Beide Dietmars werden am Sonntag in den Wahllokalen anzutreffen sein.

„Ich bin im Sprengel 1 Wahlleiter“, erklärt Lachner. Und Wallner setzt nach: „Als Gemeindewahlleiter bin ich bis zur Auszählung, im Wahllokal.“ Und wie bewerten die Kandidaten ihre Siegeschancen? „Ich habe von vielen Jenbachern die Rückmeldung bekommen, dass sie in den vergangenen vier Monaten mit meiner Amtsführung durchaus zufrieden waren“, erklärt Wallner.

„Eine Prognose ist schwierig. Ich rechne mit einem knappen Ergebnis“, gibt sich SP-Kandidat Lachner, der den Beruf eines Drehers ausübt, vorsichtig. Bei einer Niederlage denken beide nicht ans Aufhören. „Ich bin das dritte Jahr im Gemeinderat. Ich würde wie bisher weiterarbeiten“, sagt Lachner. In das gleiche Horn stößt Wallner: „Ich bin für sechs Jahre als Gemeinderat gewählt worden. Es gibt noch viel zu tun und ich werde mich auch weiterhin für die Marktgemeinde ins Zeug legen.“ Er ist Kriminalbeamter im Bundesdienst und möchte als Vollzeitbürgermeister agieren.

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Was würde den zwei Kandidaten ein Sieg bedeuten? „Bürgermeister zu sein, ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Bei einem Wahlerfolg könnte ich diese Berufung leben“, sagt Wallner. „Für mich hieße es, dass die SP-Arbeit doch nicht so schlecht war wie von manchen behauptet. Ich will den Wähler jedenfalls nicht enttäuschen“, ist das Credo von Lachner.

Im Fall des Sieges will Dietmar Wallner im VZ bei Tanzmusik auf Bestellung mit seiner Gattin Marion, Helfern und Freunden feiern. „Ich würde mich bei meiner Fraktion bedanken und den Großteil der Familie einbeziehen“, sagt Lachner.


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