Rettung für gestohlene oder verlorene Laptops

Wie bei Handys kann man sich auch bei Laptops für den Fall eines Diebstahls schützen. Apps und Dienste lösen aber nicht alle Probleme.

Von Georg Holzer

Innsbruck –Wenn der Laptop verloren geht oder gestohlen wird, ist der Schaden meist enorm. Viel gravierender als der Wiederbeschaffungswert sind oft Schäden durch verloren gegangene Daten und manipulierte Benutzerkonten. Man kann sich jedoch davor schützen – einerseits mit cleveren Diensten und Programmen, andererseits durch Vorsichtsmaßnahmen.

Wer ein iPhone hat, kennt vermutlich den quasi eingebauten Diebstahlschutz „Finde mein iPhone“. Damit kann der Besitzer herausfinden, wo sich das gestohlene Smartphone befindet, solange es noch eingeschaltet ist und eine Netzwerkverbindung hat.

Diesen Schutz gibt es auch für Windows und Linux, er muss allerdings nachträglich installiert werden. Apple hat zwischenzeitlich sein „Finde mein iPhone“ aufgebohrt und über die iCloud auch für Macs nutzbar gemacht. Einzige Voraussetzung ist, dass man den Dienst über die Systemeinstellungen aktiviert. Abgesehen von der einfachen Einrichtung ist der Dienst recht rudimentär. Man kann den Laptop lediglich via WLAN orten und im Falle, dass er eingeschaltet ist, einen Ton abspielen. Um zu wissen, wann das gestohlene MacBook wieder ans Netz geht, kann man sich per E-Mail benachrichtigen lassen. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Die drei unten beschriebenen Dienste für Windows, Mac bzw. Linux gehen wesentlich weiter. Sie bieten ausgefeiltere Benachrichtigungen, sobald man das Gerät per Website oder App als gestohlen gemeldet hat. Danach meldet es sich in kurzen Abständen über das Internet. Ist das Notebook in ein WLAN eingebucht, gibt es eine gute Chance auf eine zuverlässige Ortung, ähnlich wie sie per GPS möglich ist.

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Mit den genannten Programmen kann man auch Programme starten oder – unerkannt vom Dieb – die Webcam aktivieren und Fotos schießen sowie beobachten, was der Dieb so am Computer treibt. Um redliche Finder auf den Verlust aufmerksam zu machen, lässt sich eine Nachricht am Bildschirm einblenden. Hat man das Gerät selbst verlegt, kann man es von der Ferne veranlassen, Töne von sich zu geben.

Selbst der kostenlose Dienst Prey leistet eine Menge und ist für praktisch alle Plattformen verfügbar. Auch TheLaptopLock ist praktisch und kostet nichts. Während man bei diesen Diensten selbst Kontakt mit der Polizei aufnehmen muss, übernimmt dies im Falle von LoJack der Anbieter für einen. Dafür werden aber 40 Euro im Jahr fällig.

Wofür man sich entscheidet – im Nachhinein hilft gar nichts mehr. Wer solchen Schutz haben möchte, muss sich vor dem Diebstahl bei einem der genannten Dienste anmelden und ein Programm bzw. eine App installieren. Nachträglich muss man schon sehr viel Geschick und Glück haben, um auf eine heiße Spur zu kommen.

Wer kein Passwort am Laptop hat, ist ein leichtes Opfer. Der Dieb braucht nur den Deckel hochzuklappen und hat vollen Zugriff auf alle Dateien und über den Browser auch auf viele Ihrer Webdienste. Daher: Niemals einen Laptop ohne Passwort betreiben und immer ein Backup der Daten ziehen! Echte Profis können aber auch damit nicht davon abgehalten werden, die Daten der Festplatte auszulesen. Speziell für Firmen gilt daher: Verschlüsselung ist bei mobilen Geräten Pflicht.


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