„Haben das Richtige in der Pipeline“

Im Interview mit der Tiroler Tageszeitung spricht Autopark-Geschäftsführer Michael Mayr über Investitionsvorhaben, neue Standorte in Tirol und die Erfolgsaussichten der angebotenen Ford-, Volvo- und Suzuki-Neuheiten. Ihm ist außerdem wichtig, seine 170 Mitarbeiter bei guter Laune zu halten.

Ford erlitt 2012 1,8 Milliarden Dollar Verlust in Europa und kündigte an, drei Werke zu schließen. Wie wirkt sich das auf den Autopark aus?

Michael Mayr: Es klingt fürs Erste sonderbar, aber die Mitteilung, Werke zu schließen und Mitarbeiter abzubauen, ist eigentlich eine positive, weil hier in eine richtige Richtung reagiert wird. Das heißt: Überkapazitäten werden abgebaut, somit wird die Kostenstruktur wieder auf ein Wettbewerbsniveau gehievt. Und die Experten in dieser Branche sagen ja, dass Ford als einer der ersten Massenhersteller wieder in eine Gewinnzone kommen wird. Hut ab vor dieser Entscheidung und Gratulation.

Die Werksschließung in Genk bringt mit sich, dass sich die Einführung von neuen Modellen (Mondeo, Galaxy, S-Max) verschiebt. Kann die aktuelle Modellpalette ausreichend Kunden ansprechen?

Mayr: Betrachten wir die drei bestehenden Modelle: Mit dem Galaxy haben wir einen Bestseller, er kommt nach wie vor gut an. Er ist vom Design und von seiner Variabilität her perfekt. Mit ihm können wir die Lücke gut überbrücken. Der S-Max ist nicht mehr schöner zu machen. Und beim aktuellen Mondeo ist es so, dass wir beim Design und bei der Technologie am aktuellesten Stand der Zeit sind und bei Vergleichstests immer einen Podestplatz mit ausgezeichneten Resultaten einfahren. Das Segment selbst, in dem sich der Mondeo befindet, steht allerdings unter Druck, die Kunden weichen zunehmend in Nischen- und Randbereiche ab. Grundsätzlich ist es wichtig, dass wir gute Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten – genau das machen wir mit allen drei Modellreihen. Das eine Jahr Verzögerung stehen wir tadellos durch.

Bald wird Ford ein kleines SUV auf den Markt bringen, später ein großes, das über dem Kuga positioniert wird. Reagiert der Hersteller damit verspätet?

Mayr: Generell ist das SUV-Segment in allen Größenordnungen das am meisten sich erweiternde. Da passt es gut für uns, dass wir den neuen Kuga haben, den EcoSport im unteren Segment bald anbieten können und in der Folge ein größeres Modell lancieren. In ein bis zwei Jahren bieten wir damit drei Modelle an – man muss immer die Zeit abwarten, bis der Markt es verlangt und bis die Händler das umsetzen können.

Bei Suzuki entstand der Eindruck, dass sich zuletzt wenig bei den Modellreihen getan hat. Mit dem Concept Car S-Cross und dessen angekündigter Serienversion zeigen die Japaner aber wieder mehr Aktivitäten – genug für Sie?

Mayr: Suzuki ist eine äußerst ehrliche Marke und somit für Kunden und Händler ein total fairer Partner. Er macht wenig Wind, was aber nicht stört. Jimny-Kunden zum Beispiel erwarten sich, dass das Modell im Grunde so gebaut wird wie bisher, die wollen kaum Änderungen. Der Markt fordert natürlich nach einem gewissen Engagement, vor allem im SUV-Bereich, daher warten wir mit großer Spannung auf die S-Cross-Serie mit wunderschönem Design. Sie sollte Ende des Jahres kommen – und ich bin überzeugt, dass wir damit das Richtige in der Pipeline haben.

Die dritte Autopark-Marke ist Volvo – auch hier waren die Nachrichten des vergangenen Jahres nicht die besten, die ehrgeizigen Wachstumsziele erreichte der skandinavische Hersteller nicht, außerdem gab es einen Führungswechsel. Ist das nur eine kleine Delle?

Mayr: Volvo hat sich sehr große Ziele gesetzt auf dem Weltmarkt, vor allem mit dem Engagement in China. Was für uns wichtig war, ist, dass durch diesen neuen chinesischen Investor (Geely) und dem frischen Kapital gewisse Nischenbaureihen und Nachfolgemodelle abgesichert sind. Zum Beispiel war gar nicht so klar, dass der XC90 als Nachfolger kommt. Wir bekommen ihn, und darauf freuen wir uns. Volvo ist für uns die ideale Ergänzung im Produktportefeuille, weil wir mit dieser Premiummarke Komplettanbieter geworden sind. Wir decken so einen breiten Markt ab. Der V40 gefällt zum Beispiel rundum sehr gut und erschließt eine neue Zielgruppe.

Von global zu regional: Wie verlief das vergangene Jahr für den Autopark Innsbruck?

Mayr: Es hat gut angefangen, war am Ende eine Herausforderung. Wir haben 61 Millionen Euro Umsatz erzielt und über 3600 Fahrzeuge verkauft. Die Erfolgsgeschichte Autopark dauert seit zehn Jahren an. Es freut mich, dass ich daran teilhaben kann und dass unser Team – 170 Mitarbeiter an drei Standorten – so gut funktioniert. Was die Beschäftigten anbelangt, haben wir ein tolles Projekt initiiert: ein Jahr lang Fitnessstudio für jeden, der Autopark zahlt es. Seit 1. Jänner 2013 zahlt der Autopark für alle, die mindestens fünf Jahre im Unternehmen sind, eine private Krankenzusatzversicherung. Wir investieren also viel Geld im Bereich der Mitarbeiter – und das ist für unsere Branche doch einmalig. Das wird von der Mannschaft sehr positiv aufgenommen und das geht schlussendlich mit einem tollen Klima einher.

Warum macht eine Firma so etwas, zumal in unsicheren Zeiten viele überhaupt froh sind, einen Arbeitsplatz zu haben?

Mayr: Es gibt auf der Welt Ressourcen und Engpässe, egal, ob es Öl oder Wasser betrifft. Für die Zukunft wird es für alle Wirtschaftstreibenden eine Herausforderung sein, High-Potential-Mitarbeiter zu haben – und zwar auf allen Ebenen. Diese Ressource wird ein Engpass werden. Sie kann nicht nur mit Geld gesichert werden, sondern das ganze Paket rundherum muss passen. Daran arbeiten wir sehr intensiv, wir begleiten Mitarbeiter bei allen möglichen Krankheitsformen. Es gibt Einzel-Coachings für Mitarbeiter. Mir liegt die Fitness der Mitarbeiter persönlich sehr am Herzen. In Summe ist das eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Sie investieren in Mitarbeiter – wie sieht es mit Ihren Standorten aus?

Mayr: Natürlich investieren wir auch in die Hardware. Wir sind konkret daran, im Bezirk Kitzbühel eine Lösung zu finden. Und in meiner Heimatgemeinde Telfs gibt es mein Herzensprojekt: Dort würde ein Autopark gut passen. Wir haben außerdem in Vomp ein Grundstück dazugekauft. Dort werden wir eine Erweiterung um rund 1,5 Millionen Euro umsetzen.

Das Interview führte Markus Höscheler


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