Pfleger wollen ihr Image aufpolieren

Von Anita Heubacher...

Von Anita Heubacher

Innsbruck –2030 fehlen in Deutschland rund eine Million Pflegekräfte. Österreichweit besteht der Bedarf an 50.000 bis 60.000 zusätzlichen Pflegern und Pflegehelfern. Von einem Pflegenotstand will in Tirol niemand sprechen. Weil die Menschen immer älter würden, rechnet Soziallandesrat Gerhard Reheis mit „Engpässen“.

Das Land habe die Zahl der Ausbildungsplätze massiv erhöht, „dennoch herrscht in allen Bereichen der Pflege ein Personalmangel“, erklärt Thomas Strickner, Obmann des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV). Seit gestern läuft in allen Tiroler Kinos ein Image-Spot zum Thema Pflege, den der Verband mit Unterstützung des Landes in Auftrag gegeben hat. „Es braucht jede Aktion, um zu zeigen, wie vielseitig der Pflegeberuf ist.“

Laut einer Studie beträgt die durchschnittliche Verweildauer in der Pflege neun Jahre. Die Bezahlung sei mit ein Grund, warum der Beruf noch immer zu unattraktiv sei, meint Strickner. „Ein Pflegedienstleiter mit einer Personalverantwortung für 50 Mitarbeiter geht mit 2000 Euro netto nach Hause. Das ist zu wenig.“ Damit widerspricht er Soziallandesrat Reheis, der im Sommer letzten Jahres gemeint hatte, am Gehalt könne es nicht liegen. Diese Aussage brachte Reheis viel Kritik ein.

Neben dem Gehalt würde Strickner auch an den Aufstiegsmöglichkeiten drehen. Dennoch ist auch er überzeugt, „dass man den Personalbedarf mit Fachkräften nicht mehr abdecken wird können“. Strickner regt an, die Zahl der Ehrenamtlichen zu steigern und vor allem die pflegenden Angehörigen zu entlasten.

Für die 24-Stunden-Betreuung durch Betreuerinnen aus dem Osten fordert Strickner eine stärkere Kontrolle. „Die Qualität muss auch hier gewährleistet sein.“


Kommentieren


Schlagworte