ÖVP fuchst das Agrarthema, Platter komplettiert Liste

Der Kirchberger Hotelier Siegfried Egger wird auf der Landesliste platziert, Ex-Landesrat Eberle ist im Platter-Personen-Komitee.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Immer freitags präsentierte Parteichef LH Günther Platter seine Kandidaten für sichere Plätze auf der Landesliste. Er hatte sich ausbedungen, die Tickets in Eigenregie zu vergeben.

Nach dem Postgewerkschafter und Arbeitnehmervertreter Heinz Kirchmair und der Leiterin der Jungbauernschaft, Kathrin Kaltenhauser, war gestern der Wirtschaftsbund an der Reihe. Der 43-jährige Hotelier und Fachgruppen-Obmann in der Wirtschaftskammer, Siegfried Egger, wird also in das Landesparlament einziehen. Egger ist verheiratet, hat eine Tochter und leitet ein 90-Betten-Hotel in Kirchberg mit 25 Mitarbeitern. Er ersetzt damit Hannes Staggl aus dem Bezirk Imst, der bis dato Tourismussprecher war.

Einen eigenen Tourismuslandesrat wird es auch künftig nicht geben. „Der Tourismus bleibt Chefsache“, erklärte Platter. Am Montag tagt dann der Landesparteivorstand der ÖVP. Danach wird die Landesliste präsentiert.

Die Seiten gewechselt hat nun auch offiziell Ex-Landeshauptmannstellvertreter Ferdinand Eberle. Diesem wird nachgesagt, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer im Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf letzten April strategisch beraten zu haben. Enge Kontakte hat Eberle auch zur „Vorwärts Tirol“-Gründerin Anna Hosp. Auch hier soll es einige konspirative Sitzungen gegeben haben.

Gestern ließ Eberle via Aussendung wissen, „dass Günther Platter für das Land der beste Mann ist“. Eberle findet sich im Personen-Komitee für Platter wieder. Böse Zungen behaupten, die ÖVP hätte Druck auf Eberle ausgeübt. Schließlich ist der Außerferner immer noch Aufsichtsratschef der Tiwag. Der Energieversorger gehört zu 100 Prozent dem Land.

Neben den Personal-Geschichten bleiben die Agrargemeinschaften Thema. Sehr zum Leidwesen der ÖVP, die jetzt allein auf weiter Flur übrig bleibt. Beim Sonderlandtag will Regierungspartner SPÖ mit der Opposition mitgehen. Diese verlangt ein neues Gesetz zur Rückübertragung des Gemeindegutes von den Agrargemeinschaften zu den Gemeinden.

Damit das Gesetz auf die Tagesordnung kommt, braucht es die Zweidrittelmehrheit. Eine solche kommt ohne VP-Abgeordnete nicht zustande. Das heißt, der Antrag landet im Ausschuss. Die Opposition wollte die Zuweisung in den Föderalismus-Ausschuss. Dort hat die SPÖ den Vorsitz und es herrscht eine Pattstellung. „Mir ist kein einziger Fall bekannt, wo ein Gesetz nicht in den Rechtsausschuss gekommen wäre“, erklärt Landtagspräsident Herwig van Staa. Laut Geschäftsordnung weist er die Anträge zu. „Das hat bisher zu keinen Beschwerden geführt“, erklärt er. Im Rechtsausschuss hat die VP die Mehrheit.


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