Freihandelsabkommen EU-USA für Österreich rentabel

Von einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU könnte die heimische Wirtschaft überproportional profitieren. Die große Hoffnung liegt dabei in einer massiven Belebung der österreichischen Exporte, was wiederum positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätte. „Wir werden als Österreicher noch sehr viel mehr profitieren als die EU“, sagte Christoph Schneider von der Wirtschaftskammer.

Die gesamtwirtschaftliche Wirkung für Österreich bezifferte der Wirtschaftspolitiker mit rund 5 Mrd. Euro - darin enthalten seien Investitionen, Waren, Dienstleistungen, Produktivitätssteigerungen, Beschäftigungseffekte, Löhne und Budgeteffekte, also Steuern.

Das Freihandelsabkommen würde auch die heimische Wertschöpfung steigern: Österreich könne mit einem geschätzten BIP-Zuwachs von etwa 1,75 Prozent rechnen - auch wenn dies „nicht über Nacht realisierbar“ sei, sagte Schneider. Der Effekt ergebe sich über Investitionen, die wiederum auf die heimische Produktivität und in weiterer Folge auf die Beschäftigung wirke.

Schon jetzt sind die USA Österreichs drittwichtigster Exportmarkt - nach Deutschland und Italien. 2011 gingen 5,2 Prozent aller heimischen Ausfuhren in die Vereinigten Staaten.

„Österreich ist sehr viel stärker vom Export abhängig als der Durchschnitt der anderen EU-Länder“, betonte Schneider. Die Exportquote in Europa liege bei etwa 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, hierzulande sei sie etwa doppelt so hoch.

US-Präsident Barack Obama will der amerikanischen Wirtschaft in seiner zweiten Amtszeit einen kräftigen Schub verleihen. Dabei setzt er auf den internationalen Handel. In seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation kündigte er diese Woche Gespräche über ein transatlantisches Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union an, um die US-Wirtschaft zu beleben. Mit dem Abkommen sei frühestens in ein bis zwei Jahren zu rechnen, so Schneider.


Kommentieren


Schlagworte