ÖSV-Damen wollen im Slalom letzte Gold-Chance nutzen

Die Schild-Schwestern Marlies und Bernadette, Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und die Tirolerin Niki Hosp gehen für Österreich ins Rennen um eine Slalom-Medaille. Doch die Konkurrenz ist groß: Maze, Höfl-Riesch, Shiffrin oder Hansdotter sind die Top-Favoriten.

Schladming - Im Slalom am Samstag (10.00/13.30 Uhr, TT.com-Liveticker) bietet sich Österreichs Rennläuferinnen die letzte Chance auf einen Titel bei der Heim-WM in Schladming. Nach dem Goldrausch vor zwei Jahren in Garmisch-Partenkirchen mit vier ersten Plätzen, ruht die Hoffnung des Österreichischen Skiverbandes nun auf Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser, Nicole Hosp, Bernadette Schild und Titelverteidigerin Marlies Schild, die sensationell ihr Comeback gibt.

Der Kreis der Konkurrentinnen um Edelmetall ist groß, allen voran steht die Slowenin Tina Maze, die nach Gold im Super-G, Silber in der Super-Kombi und im Riesentorlauf auf ihre vierte Medaille in Schladming losgeht und kurz vor WM-Beginn den Heim-Slalom in Maribor gewonnen hat. Ebenso wie die deutsche Kombi-Weltmeisterin Maria Höfl-Riesch, die auch Bronze in Abfahrt und Teambewerb errang. Weiters ganz oben auf der Liste steht die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin als Siegerin von Aare, Zagreb und Flachau, die Slowakin Veronika Velez Zuzulova und die Schwedin Frida Hansdotter.

Shiffrin über Schild-Comeback erfreut

Nicht nur ÖSV und Skifans freuen sich über das Antreten von Marlies Schild, auch Shiffrin hat darauf gehofft. „Egal wo ich einen Sieg gefeiert habe, sie war nicht dabei“, sagte die 17-Jährige aus Eagle-Vail. „Mikaela steht super am Ski, sie fährt sensationell. Ich habe mir die Rennen, die sie gewonnen hat, natürlich angeschaut, sie hat das sehr gut gemacht. Wir fahren alle auf dem gleichen oder ähnlichen Level, das wird sicher sehr spannend“, sagte Marlies Schild, die mit einem Tape für ihr Knie an den Start gehen wird.

Für ihren Geschmack noch nicht genug Medaillen gesammelt hat Maze, wobei sie immer wieder betont, dass es nicht das Edelmetall ist, das sie treibt. „Ich bin immer hungrig nach einer guten Performance. Natürlich interessiert mich auch der Erfolg, aber wenn ich das Beste zeige, dann kommen die Medaillen von allein“, sagte die 29-Jährige, sie sich seit der Abfahrt mit einem muskulären Problem rumschlägt, sich davon aber nicht beirren lässt. „Ich werde im Slalom alles riskieren und attackieren.“

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Das will freilich auch Zettel, die wieder zu ihrem alten Schema zurückgekehrt ist und damit prompt in Maribor als Dritte auf das Stockerl fuhr. Zuvor hatte sie einen Sieg in Aspen und einen zweiten Platz auf dem Semmering erreicht, war aber auch viermal ausgeschieden. „Ich brauche normal ein paar Tore, dass ich reinkomme. Dadurch habe ich öfters auch Zeit liegen lassen. Wir haben es mit voller Attacke vom Start weg probiert, das ist leider selten gut gegangen“, sagte die Niederösterreicherin, die in Schladming Vierte im Riesentorlauf und Fünfte in der Kombi wurde und auch ihre Medaille will. „Da musst du volles Risiko nehmen, mit normal Runterfahren gewinnt man nichts mehr.“

Kirchgasser hat beim Weltcupfinale im März 2012 in Schladming den Slalom gewonnen und wird sich das Rennen noch einmal ansehen. Nach Rang vier in der Super-Kombi, wo sie eine Medaille wegen eines schweren Fehlers im Slalom verpasste, folgten Gold im Mannschaftsbewerb und der Ausfall im Riesentorlauf. „Der Slalom war mein Ziel bei dieser WM. Ohne Niederlegen wäre beim Spezialslalom vom Vorteil“, weiß sie. „Ich weiß, der Hang liegt mir. Das gibt Extramotivation und Kraft.“

Hosp kann unbeschwert drauflos fahren

Zuversicht gesammelt hat auch Kombi-Bronzemedaillengewinnerin und Team-Weltmeisterin Hosp, die den Kombislalom vor Höfl-Riesch, Kirchgasser, Zettel und Maze gewann. „Das gibt Selbstvertrauen. Es ist viel drinnen, ich kann ganz unbeschwert drauflos fahren. Ich habe meine zwei Medaillen. Ich werde Vollgas geben, wer weiß, vielleicht habe ich noch einmal das Glück und darf oben stehen. Ich werde die letzten Kräfte mobilisieren.“

Bernadette Schild fände es vermessen zu sagen, sie fahre um den Sieg mit, es freute sie aber mitzuteilen: „Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so gut Slalom gefahren.“ Mit der WM-Qualifikation habe sie ihr Ziel erreicht. „Dass ich jetzt da runterfahren kann, ist ein riesengroßes Zuckerl.“ Wenn alles zusammenstimme, sei viel möglich. „Ich habe zuletzt viel an der Technik gefeilt. Ich habe im Training in den ersten zwei Läufen Gas gegeben, um Rennfeeling zu bekommen. Ich habe mich in Technik und Stabilität ein gutes Stück weiterentwickelt.“ (TT.com, APA)


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