Goldener Bär geht erstmals nach Rumänien

Berlin – Filme aus Osteuropa sind die großen Gewinner der 63. Berlinale, Österreich ging leer aus. Der Goldene Bär wurde erstmals nach Rumän...

Berlin –Filme aus Osteuropa sind die großen Gewinner der 63. Berlinale, Österreich ging leer aus. Der Goldene Bär wurde erstmals nach Rumänien vergeben. Die Jury unter Vorsitz des chinesischen Regisseurs Wong Kar Wai zeichnete mit dem Hauptpreis Calin Peter Netzers Drama „Child‘s Pose“ („Die Stellung des Kindes“) aus, eine mit Krimi-Elementen inszenierte Geschichte über Schuld und Korruption, die zu den Favoriten des Festivals zählte. Netzer erzählt in seinem Film von einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung in einer korrupten Gesellschaft. Mit einem Silbernen Bären als beste Schauspielerin wurde die Chilenin Paulina García für ihre Rolle in dem Liebesfilm „Gloria“ geehrt. Als bester Schauspieler erhielt der Roma Nazif Mujic aus Bosnien-Herzegowina für „An Episode in the Life of an Iron Picker“ einen Silbernen Bären. Danis Tanovics Drama, in dem Mujic und seine Frau eine reale Episode aus ihrem harten Leben nachspielen, erhielt auch den Großen Preis der Jury. Die Auszeichnung für das beste Drehbuch ging an den in seiner Heimat verfolgten Iraner Jafar Panahi und seinen Kollegen Kamboziya Partovi für den geheim gedrehten Film „Geschlossener Vorhang“. Bester Regisseur wurde der US-Amerikaner David Gordon Green für „Prince Avalanche“. Der neue Bären-Preisträger wurde 1975 in der Universitätsstadt Petrosani in den Karpaten geboren. 1983 emigrierte seine Familie nach Deutschland. Nach dem Abitur kehrte er in seine Heimat zurück und studierte Filmregie in Bukarest.

Außenseiterchancen waren dem österreichischen Beitrag „Paradies: Hoffnung“ von Ulrich Seidl eingeräumt worden. Vor allem seiner Hauptdarstellerin Melanie Lenz hatten Experten gute Chancen auf einen Silbernen Bären zugesprochen. Lenz spielt im letzten Teil der „Paradies“-Trilogie die 13-jährige Melanie, die von ihrer Mutter in ein Diätcamp geschickt wird. Seidl und Lenz blieben aber „bärenlos“. (dpa)

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