Ein Lächeln gibt es von den Italienern als Draufgabe

Fiat erweitert das Antriebsangebot für den 500L mittels eines 1,6-Liter-Diesels, der wie der 0,9-Liter-Twinair-Turbo 105 PS leistet.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Cannes –Im Fiat 500L stecken viele Fünfer: Als erste­r Cinquecento hat er fünf Türen, fünf Sitzplätze hat er sowieso, fünf Koffer passen dann auch noch hinein. Der stärkere Benziner – der 0,9-Liter-Zweizylinder-Turbo (Twinair) – hat 105 PS. Jetzt kommt ein weiterer Fünfer dazu, was nichts mit schlechten Zensuren zu tun hat, im Gegenteil: Sie verbessern die Leistungsnoten weiter, anhand einer zusätzlichen Motoren-Option mit 105 PS. Es handelt sich um einen Vierzylinder-Diesel mit 1,6 Litern Hubraum, genannt 1.6 Multijet.

Auf gleicher Leistungs­ebene stehen damit zwei unterschiedliche Leistungsentfaltungs-Charaktere zur Wahl. Motorbauart-gemäß steht natürlich beim Selbstzünder die Top-Leistung bei niedrigeren Drehzahlen an – bei 3.700 Umdrehungen/Minute (Benziner: 5500 Umdrehungen/Minute). Kräftiger ist demgemäß das maximale Dreh­moment. Hier steht es 320 Newtonmeter bei 1750 Touren zu 145 Newtonmeter bei 2000 Touren (im Eco-Modus: 120 Newtonmeter bei 1750 Umdrehungen/Minute).

Auf der Normverbrauchs­ebene gibt Fiat den Konsum des Diesels mit 4,5 Litern im Mix-Betrieb an. Beim Benzine­r sollen es 4,8 Liter sein. Die CO2-Emissionen des Multijet sind mit 117 g/km beziffert, die des Twinair mit 112 g/km. Die Euro-Norm-Klassifizierung lautet beim Selbstzünder 5 plus, beim Benziner 6. Beide Antriebsvarianten sind mit einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert. Übers Zusammenspannen mit dem konzerneigenen Direktschaltgetriebe wird in Turin intensiv nachgedacht. Beide Motor-Varianten sind serienmäßig mit Start-Stopp-System gekoppelt.

Zur bereits bekannten Praktikabilität und Kostengünstigkeit des Groß-&-Lang-500ers verspricht die Fiat-Marketingabteilung zusätzlich ein „serienmäßiges Lächeln“ als Draufgabe zu den kräftigeren Leistungsstufen. Das ist durchaus kein leeres Versprechen, wie erfahren beim praktischen Fahren auf gemischtem Küsten­straßen-, Autobahnen- und Stadtwege-Programm.

Es kann fürs Lächeln mehrere Anlässe geben: zum Beispiel die saftige Leistungsentfaltung des Diesels, dazu seine glaubhafte Konsum-Zurückhaltung und das sanft brummelnde Geräusch­niveau – während beim spritzigen und Drehzahl-lustigen Zweizylinder-Benzin-Bruder die anfangs gewöhnungsbedürftige Soundkulisse Erinnerungen an Zeiten weckt, als Fiats 500er (und 600er) noch wirklich kleine Autos waren.

Der 105-PS-Twinair steht bereits bei den Händlern, für wenigstens 19.500 Euro. Der 1.6 Multijet folgt jetzt im März nach. Sein Preis beginnt bei 21.000 Euro. Die Tarife gelten jeweils für die Einstiegsausstattungsstufe „Easy“.

Im Laufe des heurigen Jahre­s liefert der italienische Hersteller noch eine weitere Motorvariante nach: die Erdgas-­Ausführung des Twin­air.

Weiter geht es in der 500L-Baureihe mit dem Sieben­sitzer, der spätestens auf der Vienna Autoshow 2014 stehen soll. Er hat noch keinen definitiven Namen. Ein X soll in der Typenbezeichnung nicht vorkommen. Es ist für den 500X reserviert, einen allradgetriebenen SUV auf Basis des L, der fürs nächste Jahr angekündigt ist.


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