Hoch zu Q5 im schnellen Galopp

Der Audi Q5 gilt als Traumauto vieler. Nun überarbeiteten die Ingolstädter ihr Erfolgs-SUV. Im Test der Dreiliter-TDI mit 245 PS.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Audi. Q-Modellreihe. Quattro. Namen, die viele Autofahrer magnetisch anziehen – vor allem, wenn sich dieses Begriffstrio in einem Auto verbindet. Als Audi im Jahr 2008 dann nach dem üppigen Q7 den 4,63 Meter langen Q5 auf den Markt brachte, war das Traumauto vieler geboren. Finanziell gerade noch erreichbar, füllt das edle Premium-SUV seither die Ingolstädter Auftragsbücher.

Und dies ohne spezifische Geländetalente, denn von 20 Zentimetern Bodenfreiheit, 50 Zentimetern Wattiefe und einer Bergabfahrhilfe abgesehen handelt es sich beim Q5 ja im Prinzip um einen höhergelegten A4. Macht nichts: Die unmittelbare Konkurrenz kraxelt nach dem gleichen Prinzip. Eine sanfte Überarbeitung soll dem Q5 nun weiter den „Vorsprung durch Technik“ sichern.

Am wenigsten fällt das optische Facelift auf. Scheinwerfer im neuen LED-Design, ein neu geformter Kühlergrill, andere Schürzen und Auspuffrohre – das war es (Gott sei Dank).

Die Neuabstimmung des Fahrwerks macht aus dem Audi-SUV zwar noch immer keine Sänfte, befreit das überarbeitete Modell jedoch von übertriebenen Härten, speziell bei kurz aufeinanderfolgenden Unebenheiten. Die schier unerschütterliche Fahrwerkssouveränität in allen Geschwindigkeitsbereichen wurde nun über einen schönen Kompromiss realisiert. Trotz serienmäßigen 17-Zoll-Fahrwerks lenkte der TT-Testwagen dennoch ungemein zackig um die Ecken. Auch ein Verdienst der neuen elektromechanischen Servolenkung, die geschwindigkeitsabhängig leichtgängig oder bei sportlicher Fahrt mit Widerstand, Präzision und Bodenkontakt agieren kann.

Umfassend überarbeitet wurde auch das Haubenmenü des Q5. So wurde die Leistung der Motoren teils erheblich erhöht (der beliebte 2,0 TDI stieg von 170 auf 177 PS), deren Verbrauch sank jedoch um teils 15 Prozent.

Der getestete Dreiliter-TDI mit nunmehr 245 PS (plus fünf PS) legte gleich um satte 80 Newtonmeter Drehmoment zu (580 Nm). Das macht das Aggregat zu einem der saftigsten Sechszylinder-Diesel am Markt. Das nahezu perfekt agierende Siebengang-Automatikgetriebe verwaltet ohne jegliche Anfahrschwäche entweder sprunghafte Spontanität oder Bärenkräfte in jeder Situation. Zügiges Überholen an der steilsten Stelle des Zirler Bergs kostet diesen Audi jedenfalls nur einen kleinen Gaslupfer. Der Verbrauch dieses Kraftpakets beschämt (auch) dank Start&Stopp-Systems mit 7,1 Litern im TT-Test trotzdem so manchen Kleinwagen.

Dies alles macht den Audi Q5 zu einem der technisch kompetentesten Fahrzeuge am Markt. Ob im rasenden Galopp, auf der Bergstraße oder im Stadtgewühl – dieses Fahrzeug überzeugt immer.

Viel dazu trägt natürlich auch der mit viel Geschmack und noch mehr Qualität gestaltete Innenraum bei. Alles scheint hier nicht nur gediegen, sondern auch ergonomisch nahezu perfekt zu sein. Die Sitzposition und die ausgezeichneten – optionalen – Sportsitze machen das Audi-SUV zudem zu einem fantastischen Reisewagen. Die Klimatisierungseinheit entspricht nun im Wesentlichen der des Audi A6. Ein Muster an Bedienungsfreundlichkeit ist sie mit ihren Doppelbelegungen trotzdem nicht. Dafür outen Heizung und Sitzheizung den Q5 als echtes Winterauto. Vieles kostet bei den Ingolstädtern eben zwar gewiss nicht wenig Geld, aber es funktioniert halt dann auch überdurchschnittlich gut.

Apropos Geld: Dass bei einem Auto für 56.200 Euro (1350 Euro weniger als vor dem Facelift) ein simpler USB-Anschluss nicht serienmäßig an Bord ist, treibt einem fast schon die Zornesröte ins Gesicht. Ein kleines Detail in einem großen Auto. Ab 37.800 Euro (2,0 TDI) könnte der Traum aus Ingolstadt auch für Sie Wirklichkeit werden.


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