Rotes Kreuz verdoppelt Budget für Syrien: „Lage katastrophal“

Das Internationale Komitee in Genf stellt heuer 43 Mio. Euro für Operationen in Syrien zur Verfügung.

Damaskus - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will seine Tätigkeiten im Bürgerkriegsland Syrien ausweiten. „Die Lage hat einen katastrophalen Punkt erreicht. Es ist nötig, die humanitäre Hilfe zu verstärken“, sagte IKRK-Einsatzleiter Pierre Krähenbühl am Freitag in Genf nach einem Aufenthalt in Syrien der Nachrichtenagentur sda.

Die IKRK-Mitarbeiter hätten diese Woche über die Frontlinie hinweg Hilfsgüter nach Hula bringen können. „Wir können unsere Hilfe erhöhen, weil wir einen regelmäßigeren Zugang haben“, sagte Krähenbühl. Grund dafür seien eine größere Präsenz und eine bessere Akzeptanz der Hilfe durch die Konfliktparteien.

Das IKRK hat sein Budget für 2013 in Syrien im Vergleich zum Vorjahr auf 43 Millionen Euro verdoppelt. Die Organisation will zudem mehr Mitarbeiter in Syrien einsetzen. Derzeit sind in dem Land 80 Einheimische und Personen aus anderen Ländern für die Organisation tätig.

Im vergangenen Jahr hatte das IKRK zusammen mit dem syrischen Roten Halbmond 1,5 Millionen Menschen in Syrien unterstützt. Das Rote Kreuz unterstütze Notleidende ohne Unterschied, auch in den Gebieten unter Kontrolle der Rebellen, denn die Frontlinien verschöben sich laufend.

Bei seinem Aufenthalt in Syrien sprach Krähenbühl mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallem über einen Plan für Gefangenenbesuche. Seit einer entsprechenden Zusage von Präsident Bashar al-Assad im September habe es keine Fortschritte gegeben, sagte Krähenbühl. Muallem habe bekräftigt, die Behörden würden dem IKRK Zugang zu den Gefangenen geben. Das IKRK hatte zuletzt im Mai 2012 die Hauptgefängnisse in Damaskus und Aleppo besuchen können. (APA/sda)


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