Erstmals seit Al Capone: Chicago ruft „Staatsfeind Nummer 1“ aus

Der mexikanische Drogenbaron Joaquin „El Chapo“ Guzman hat die zweifelhafte Ehre, den Titel „Public Enemy Number One“ zu tragen.

Chicago - Erstmals seit 1930, als Verbrecherlegende Al Capone sein Unwesen trieb, hat Chicago wieder einen Kriminellen zum „Staatsfeind Nummer eins“ ausgerufen. Der mexikanische Drogenbaron Joaquin „El Chapo“ Guzman hat die zweifelhafte Ehre, den Titel „Public Enemy Number One“ zu tragen, wie die Chicagoer Verbrechenskommission am Freitag mitteilte. Das 1919 gegründete Gremium hatte mit dem Titel zuletzt 1930 Al Capone bedacht, seither aber keinen Nachfolger mehr gefunden, der „diesen Beinamen verdient“ hätte.

„‘El Chapo‘ hat das Gemetzel und die soziale Zerstörung, die Capone anrichtete, locker übertroffen“, wurde die Entscheidung begründet. Die Kommission wirft dem Chef des Drogenkartells Sinaloa vor, Chicago als Drehscheibe für den Drogenhandel im Mittleren Westen der USA missbraucht zu haben. „El Chapo“, was in mexikanischer Umgangssprache „Der Kleine“ bedeutet, habe monatlich zwischen eineinhalb und zwei Tonnen Kokain durch die Metropole im US-Staat Illinois schleusen lassen, hieß es in der Mitteilung. Neben Guzman seien 35 weitere Verbrecher an dem internationalen Drogenhandel beteiligt gewesen.

Al Capone war in der Zeit der Prohibition in den USA (1920 bis 1933) der König von Chicagos Unterwelt. Er stieg in das Geschäft mit Prostitution, Glücksspiel, Alkoholschmuggel, illegalen Kneipen und Erpressung von Schutzgeldern ein und wurde der gefürchtetste Mafiaboss seiner Zeit. 1947 starb er. (APA/AFP)

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