Kirchgasser erlöst sich selbst mit Silber - Gold an US-Girl Shiffrin

Michaela Kirchgasser eroberte im letzten Damen-WM-Rennen Silber für Österreich. Mikaela Shiffrin holte im Slalom am Samstag die vierte Goldmedaille für das US-Ski-Team. Halbzeit-Leaderin Frida Hansdotter muss sich mit Bronze trösten.

Aus Schladming: Günter Almberger

Schladming – Die amerikanischen Festspiele bei der Ski-WM in Schladming reißen nicht ab. Nach den drei Goldenen von Ted Ligety krönte sich am Samstag der 17-jährige Sootingstar Mikaela Shiffrin zur neuen Slalom-Königin. Hinter dem „Jahrhunderttalent“ eroberte Michaela Kirchgasser Silber (+0,22 Sekunden), Bronze ging an die Schwedin Frida Hansdotter (+0,26).

„Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!“ Erst kam bei Michaela Kirchgasser der erlösende Jubelschrei, dann flossen bei der Salzburgerin nur noch die Freudentränen. Für die 27-Jährige war es bei ihrer vierten WM die erste Einzelmedaille. „Ich bin so froh, es ist einfach nur geil. Als ich im Ziel stand, habe ich mir gedacht: ‚Nur nicht noch einmal Vierte werden.‘ Ich habe im ersten Moment gar nicht mitgekriegt, dass ich Zweite bin. Das geht irgendwie alles an mir vorbei.“

Fassungslosigkeit herrschte auch bei Weltmeisterin Shiffrin. Die Teenagerin war im Ziel richtig perplex. „Ich habe noch nicht realisiert, was da passiert ist. Es war verrückt. Es waren so viele Emotionen dabei. Im ersten Durchgang waren meine Beine so schwer, ich konnte nicht das abrufen, was ich wollte. Ich war irgendwie nicht ganz wach, wusste nicht, wie ich die Situation in den Griff bekommen soll“, schüttele die 17-Jährige den Kopf.

Bei den restlichen ÖSV-Damen lief es nicht nach Wunsch. Marlies Schild war mit ihrem Comeback nicht wirklich zufrieden. Bei der sensationellen Rückkehr nach ihrer zweimonatigen Verletzungspause landete die Titelverteidigerin auf Rang neun. „Ich bin im Training schon besser gefahren. Aber Rennen sind halt doch was anderes als Training. Das letzte bisschen Risiko konnte ich leider nicht eingehen. Es war ein guter Versuch und auf alle Fälle besser als auf der Tribüne zu sitzen“, analysierte die Salzburgerin

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Enttäuscht reiste auch Kathrin Zettel aus Schladming ab. Platz fünf in der Super-Kombi, Blech im Riesentorlauf und im Slalom Zehnte. „Ich habe alles versucht, aber leider war nicht mehr drin. Ich hatte keine Kraft mehr“, erklärte die Niederösterreicherin.

Bernadette Schild zeigte im zweiten Durchgang mit einer starken Fahrt auf und sprang noch von Rang 20 auf Platz zwölf. „Im Mittelteil war es echt ein cooles Gefühl. Ich wollte gar nicht mehr den Zielbereich verlassen, so toll war die Stimmung“, betonte die „kleine“ Schild.

Nicole Hosp riskierte in der Entscheidung zu viel. Ein schwerer Fehler kurz vor dem Ziel kostete der Halbzeit-Neunten einen möglichen Top-Platz, am Ende stand Platz 15 für die Bichlbacherin zu Buche. „Ich habe versucht, im Flachen nochmal alles zu riskieren und habe leider einen Fehler gemacht. Ich war zu gerade dran. Mit zwei Medaillen im Gepäck kann ich aber zufrieden nach Hause fahren“, zog die Tirolerin Bilanz.

Vor dem abschließenden Herren-Slalom am Sonntag (10.00 und 13.30 Uhr/TT.com-Live-Ticker und ORFeins) hält Österreich nun bei sechs Mal Edelmetall (1 x Gold, 2 x Silber und 3 Mal Bronze) und liegt im Medaillenspiegel hinter den USA und Frankreich auf Platz drei.

WM-Slalom der Damen, Endstand

1. Mikaela Shiffrin USA 1:39,85 Minuten

2. Michaela Kirchgasser AUT + 0,22 Sekunden

3. Frida Hansdotter SWE + 0,26

4. Tanja Poutiainen FIN + 0,61

5. Tina Maze SLO + 0,76

6. Maria Pietilä-Holmner SWE + 1,06

7. Veronika Velez Zuzulova SVK + 1,33

8. Sarka Zahrobska CZE + 1,37

9. Marlies Schild AUT + 1,58

10. Kathrin Zettel AUT + 1,67

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12. Bernadette Schild AUT + 1,81

15. Nicole Hosp AUT + 2,05


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