Malaysia nahm australischen Senator am Flughafen fest

Der australische Politiker Nick Xenophon unterstützt ein Bündnis für eine Wahlrechtsreform in Malaysia.

Kuala Lumpur - Die Behörden in Malaysia haben den australischen Senator Nick Xenophon festgenommen. Der Politiker sei am Samstag bei seiner Ankunft am Flughafen der Hauptstadt Kuala Lumpur in Gewahrsam genommen worden, sagte die Anwältin Ambiga Sreenevasan der Nachrichtenagentur AFP. Der unabhängige Senator Xenophon ist ein ausgesprochener Kritiker des Wahlsystems in Malaysia und unterstützt eine Bewegung zur Reform des Wahlrechts in dem südostasiatischen Land. Die Behörden hätten ihn als „Sicherheitsrisiko“ bezeichnet, sagte Sreenevasan. „Er sagte mir, dass er abgeschoben werden soll.“

In Malaysia sollen im Juni Parlamentswahlen stattfinden. Die Opposition und das Wahlrechtsreformbündnis Bersih, deren Kovorsitzende Sreenevasan ist, fordern Änderungen am malaysischen Wahlsystem. Sie wollen unter anderem eine Überarbeitung des Wählerregisters erreichen, in dem nach ihren Angaben viele Menschen vermerkt sind, die es gar nicht gibt. Gegen eine Großkundgebung im vergangenen April war die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern vorgegangen.

Xenophon warf der australischen Regierung in einem telefonischen Interview mit dem Sender ABC News 24 vor, zu den Schwächen der Demokratie in Malaysia zu schweigen. Australiens Außenminister Bob Carr erklärte, Xenophons Festnahme sei „ein überraschender und enttäuschender Akt von einem Land, mit dem Australien normalerweise enge diplomatische Beziehungen unterhält“. (APA/AFP)


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