Im Kosovo begannen Feierlichkeiten zum fünften Unabhängigkeitstag

Das vor fünf Jahren geborene Land habe kaum Schritte vorwärts gemacht.

Pristina - Im Kosovo haben am Samstag Feierlichkeiten zum fünften Unabhängigkeitstag begonnen. Prishtina (serbisch: Pristina) hatte am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit verkündet. Von Serbien wurde sie bis dato nicht anerkannt.

Präsidentin Atifete Jahjaga, Premier Hashim Thaci und der Chef der führenden oppositionellen Demokratischen Liga, Isa Mustafa, haben zum Auftakt der Feierlichkeiten in der zentralkosovarischen Ortschaft Prekaze die Ehre einem der Mitbegründer der „Befreiungsarmee“ (UCK), Adem Jashari, erwiesen. Jashari war zusammen mit Familienangehörigen bei einer Konfrontation mit serbischen Sicherheitskräften im März 1998 getötet worden.

Man sei gemeinsam in Prekaze, um dem großen Opfer für die Vereinigung der Albaner und die Befreiung des Kosovo die Ehre zu erweisen, sagte Premier Thaci nach der Kranzniederlegung. Man sei gemeinsam gekommen, auch um die Energie für die künftigen Aufgaben des Kosovo in der Annäherung an die NATO und die Europäische Union zu schöpfen, unterstrich Thaci.

Am Samstagnachmittag waren in Prishtina mehrere Sportereignisse geplant. Regierungsvertreter, führende Politiker und Diplomaten werden bei einem von der Präsidentin Jahjaga gegebenen Empfang erwartet.

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Am Sonntag, dem eigentlichen Unabhängigkeitstag, steht zuerst eine Parade der Sicherheitskräfte auf dem Programm. Danach ist auch eine feierliche Parlamentssitzung vorgesehen.

Das vor fünf Jahren geborene Land habe kaum Schritte vorwärts gemacht, stellte die Tageszeitung „Koha Ditore“, heute Samstag, pessimistisch fest.

Von der Verfassungsordnung sei noch nicht das gesamte Gebiet erfasst worden, unterstrich das Blatt in Anspielung auf die Ablehnung der nordkosovarischen Serben, die Autorität Prishtinas anzuerkennen. Dort, wo sie konsolidiert sei, herrsche hohes Niveau von Korruption und Organisierter Kriminalität.

Der Kosovo habe noch immer keinen Sitz in den Vereinten Nationen und sei auch nicht Mitglied des Europarates. Seine Athleten dürften das Land weder bei den Olympischen Spielen noch bei den Wettbewerben auf europäischer Ebene vertreten. Zudem stecke der Staat, das noch nicht eine eigene Vorwahlnummer hat, auch im EU-Annäherungsprozess hinter allen anderen Staaten, führte „Koha Ditore“ an.

Der jüngste Staat Europas wurde von knapp 100 Ländern anerkannt. Unter den EU-Staaten haben sich fünf - Slowakei, Griechenland, Zypern, Rumänien und Spanien - dazu noch nicht entschlossen. (APA)


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