Erdbeben in L‘Aquila: Vier Personen zu Haftstrafe verurteilt

Wegen Missachtung von Bauvorschriften.

L‘Aquila - Drei Personen sind am Samstag wegen strafrechtlicher Verantwortung beim Bau nicht erdbebensicherer Häuser in der Region Abruzzen zu vier Jahren Haft bzw. zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Sechs weitere Personen wurden freigesprochen. Beim Erdbeben am 6. April 2009 waren fast 300 Menschen gestorben.

Die Untersuchungen konzentrierten sich auf den Einsturz eines Studentenheims im Zentrum von L‘Aquila, bei dem acht Menschen ums Leben kamen. Dieses Gebäude wurde zum Symbol der Erdbeben-Tragödie. Es soll über einer Grube errichtet worden sein, in der ein Pharmakonzern Sondermüll entsorgt hatte.

In Italien wird heftig über mangelhafte Bauten diskutiert, zumal auch zahlreiche relativ neue Gebäude einstürzten. Die schlechte Bauqualität in Gebieten mit erhöhtem Erdbeben-Risiko ist seit jeher ein Problem.

Im Dezember war der ehemalige Leiter eines Internats in L‘Aquila wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Bei dem Einsturz eines zum Internat gehörenden Gebäudes waren bei dem schweren Erdbeben 2009 drei Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren ums Leben gekommen. Zwei weitere Jugendliche wurden verletzt. Der Ex-Leiter soll das Gebäude nicht renovieren haben lassen. Die Sicherheitsvorkehrungen im Internat seien unzulänglich gewesen, urteilte das Gericht in L‘Aquila. (APA)


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