Petition in den USA für Ausschluss von Kardinal Mahony aus Konklave

Wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen in der Kirche wollen US-Katholiken den Selbst-Ausschluss Mahonys erreichen.

Vatikanstadt/Washington - Die nordamerikanische Organisation „Catholics United“ startet laut eigenen Angaben eine Petition, um den US-Kardinal Roger Mahony aufzufordern, sich selbst aus dem Konklave für die Wahl des Nachfolgers von Benedikt XVI. auszuschließen. Der Ex-Erzbischof von Los Angeles wird beschuldigt, pädophile Priester gezielt der staatlichen Strafverfolgung entzogen zu haben. Am 23. Februar wird Mahony in Los Angeles im Rahmen eines Missbrauchsskandals befragt, berichteten italienische Medien am Sonntag.

Missbrauchsopfer aus Los Angeles hatten 2007 Entschädigungszahlungen in der Rekordhöhe von insgesamt 660 Millionen US-Dollar durchgesetzt. Die Erzdiözese geriet dadurch an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Vor zwei Wochen hatte die Erzdiözese Los Angeles Zehntausende Archivunterlagen zu 122 Priestern veröffentlicht, die des Kindesmissbrauchs beschuldigt werden. Die Publikation der Akten ist Teil einer Vereinbarung zwischen der Erzdiözese und mehr als 550 mutmaßlichen Missbrauchsopfern.

Der heute 76-jährige Mahony leitete die Kirche von Los Angeles von 1985 bis 2011. Im Jahr 1991 wurde er zum Kardinal erhoben. Mahony entschuldigte sich vor wenigen Wochen erneut bei den Opfern. Zudem verwies er auf seine Begegnungen mit rund 90 von Klerikern Missbrauchten. Er bete täglich für sie. Los Angeles ist mit mehr als 4,5 Millionen Katholiken die größte Diözese der USA eine der größten der Weltkirche. (APA)

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