Streit um Bettenabbau in Hall

20 Betten auf der Haller Sozialpsychiatrischen Station werden geschlossen. Die Pläne von LR Tilg stören die Liste Fritz.

Von Anita Heubacher

Hall –Die Sozialpsychiatrische Station in Hall verfügt über 20 Betten. Betreut werden Menschen, die beispielsweise an schwerer Schizophrenie leiden, lange gepflegt werden müssen und in anderen Institutionen keinen Unterschlupf finden.

Im September soll die Station geschlossen werden. Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) beruft sich auf den Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG). Dieser sehe vor, dass im Zentralraum rund 100 psychiatrische Betten, darunter 63 in Hall, abgebaut werden sollen. Im Gegenzug sei eine wohnortnahe Erweiterung der stationären Kapazitäten in den Krankenanstalten Zams und Kufstein vorgesehen. Außerdem würde die Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgebaut.

Die Liste Fritz sieht damit das Problem nicht gelöst. „Die Patienten stehen ab September auf der Straße“, meint Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Es handle sich um schwerstkranke Patienten, die ein Recht auf die beste Versorgung hätten. In zwei schriftlichen Anfragen wollte Haselwanter-Schneider wissen, wo genau nun die Patienten untergebracht werden würden. „Ich wüsste gerne, ob es ein Konzept gibt.“

Gesundheitslandesrat Tilg verweist darauf, dass die Schließung der Station auch mit der Führung der Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH, Tilak, abgesprochen sei. Die Sozialpsychiatrie sei primär ambulant und, wenn stationär, dann in Form von Wohngemeinschaften durchzuführen, erklärt Tilg. „Somit ist es nachvollziehbar, dass die Station geschlossen wird.“

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