Mario Matt: „Nur wegen Olympia werde ich nicht weiterfahren“

Seinen dritten Slalom WM-Titel hat Mario Matt in Schladming verpasst. Dennoch weiß der Flirscher seine Bronzene einzuschätzen.

Gratulation, Sie haben sehr hart für diese Medaille gekämpft. Wie speziell ist diese für Sie?

Mario Matt: Es war ein großes Ziel, hier eine Medaille zu erobern. Es war ein hartes Rennen, mit dem ersten Lauf war ich nicht ganz zufrieden. Natürlich bin ich jetzt trotzdem glücklich mit dieser Bronzenen. Die Dichte unter den Läufern ist sehr, sehr hoch. Man kann sich als Medaillengewinner glücklich schätzen.

War Platz drei das Maximum heute, wenn man die Leistungen von Hirscher und Neureuther sieht?

Matt: Sicher nicht, ich bin aber schon zufrieden. Man sieht wie eng Sieg und Niederlage im Slalom beieinander liegen. Man braucht immer ein bisschen Glück. Im ersten Lauf wäre mehr drinnen gewesen, das hat gar nicht gut ausgesehen. Das ist natürlich im ersten Moment ein wenig ärgerlich.

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Inwiefern kann man die WM in St. Anton 2001 mit dieser in Schladming vergleichen?

Matt: St. Anton war quasi vor meiner Haustüre, da bin ich so jung gewesen und habe nicht viel nachgedacht. Es hilft nicht, was man einmal erreicht hat. Die Uhr startet immer wieder bei 0. Heute war es einfach nur sehr emotional als die Medaille feststand. Die Freude ist riesengroß. Vielleicht nach außen nicht, aber nach innen schon. Großartig, dass ich das noch einmal in Österreich erleben durfte. Die Stimmung bei den Rennen in der Heimat ist die beste.

Wie sieht es mit der Motivation für Sotschi aus? Sie haben mit Olympia noch eine Rechnung offen …

Matt: Olympia ist nur ein Rennen. Auf ein Rennen alles aufbauen ist nicht das was ich will. Wichtig ist, dass die Freude am Sport passt. Dann ist alles möglich. Ziel wäre eine ganze Saison stark durchzuziehen. Ich muss Spaß haben und weiter an der Spitze mitreden. Zuerst beende ich diese Saison, dann entscheide ich weiter.

Mit schwer ist es in Ihrem Alter mit der Spitze mitzuhalten?

Matt: Als ich in St. Anton 2001 Weltmeister geworden bin, war Marcel gerade elf Jahre alt. Ich spüre körperlich keinen Unterschied. Vielleicht braucht der Körper am Morgen länger bis er in die Gänge kommt. Aber es macht keinen Unterschied ob man 30 oder 34 ist.

Vor ein paar Jahren mussten Sie nach einigen Rückschlägen mit hohen Nummern an den Start gehen? Wie hart war das für Sie?

Matt: Ich hatte schon Rücktrittsgedanken im Hinterkopf. Ich wusste aber, dass ich nicht weit weg bin. Mit gutem Material bin ich wieder zurückgekommen. Es ist ein sehr schmaler Grad, damit alles passt.

Welche Ziele haben Sie noch für diese Saison?

Matt: Es stehen noch zwei Rennen aus. Ich will natürlich immer gewinnen. Leider habe ich in dieser Saison noch nicht zwei fehlerfreie Läufe ins Ziel gebracht.

Das Gespräch zeichnete Günter Almberger auf


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