Lage in malischer Oasenstadt Timbuktu wieder beruhigt

Am Sonntag kam es zu stundenlangen Gefechten zwischen Aufständischen und der Armee. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

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Bamako/Paris - In der malischen Stadt Timbuktu ist am Sonntagabend nach stundenlangen Gefechten zwischen radikal-islamischen Aufständischen und der Armee wieder weitgehend Ruhe eingekehrt. Ein malischer Offizier sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Lage sei unter Kontrolle. Derzeit werde die Stadt nach möglicherweise noch verschanzten Aufständischen durchkämmt. Ein Einwohner bestätigte, dass keine Schüsse mehr zu hören seien. Dennoch traue sich keiner der Bewohner auf die Straße.

Die islamistischen Kämpfer waren am Samstagabend nach einem Selbstmordanschlag an einer Militärsperre am Eingang von Timbuktu wieder in die historische Stadt eingedrungen. Bei anschließenden Kämpfen, an denen sich auch französische Soldaten beteiligten, wurden nach Armeeangaben mindestens fünf Jihadisten, eine nigerianische Geisel sowie ein malischer Soldat getötet. Nach anderen Armeeangaben wurden 21 Rebellen getötet. Demnach unterstützte die französischen Luftwaffe die Truppen gegen die Islamisten.

Nach einem Militärputsch im März 2012 hatten die Aufständischen große Teile des Nordens von Mali unter ihre Kontrolle gebracht, darunter auch Timbuktu. Die französische Armee griff am 11. Jänner in den Konflikt ein, um den weiteren Vormarsch der Islamisten, die Verbindungen zur Al-Kaida haben, auf die Hauptstadt Bamako zu stoppen. Derzeit sind 4.000 französische Soldaten in der früheren Kolonie stationiert. Die Zahl soll bis Ende des Jahres auf 1.000 sinken. Die Franzosen sollen von Soldaten aus Mali und anderer afrikanischer Staaten abgelöst werden.

Im Juli sollen in Mali Parlament und Präsident neu gewählt werden. Das ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung des Staates, in dem etwa Gold gefördert und Baumwolle angebaut wird. (APA/AFP/Reuters)


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