Salzburg lobt nach Kraftakt Moral, schreibt den Titel aber ab

Bei 13 Punkten Rückstand auf die Wiener Austria scheint die Mission Titelverteidigung neun Runden vor Schluss beendet.

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Wien - Die Chance auf den Titel wohl endgültig vergeben, aber Moral gezeigt. Das Resümee von Salzburg war nach dem 1:1 bei der Wiener Austria im Oster-Schlager der Fußball-Bundesliga eindeutig. Trotz fast einstündiger Unterzahl eroberten die Gäste einen Punkt beim Spitzenreiter. Bei 13 Zählern Rückstand auf die Austria vor dem letzten Saisonviertel scheint das Thema Titelverteidigung beim Meister aber ad acta gelegt.

„Die Austria war konstanter als wir, daher hat sie es sich wahrscheinlich verdient. Jetzt gilt es, Platz zwei abzusichern. Da steht man auch in der Champions-League-Quali“, meinte Teamspieler Franz Schiemer nach der Punkteteilung. Dass seine Mannschaft erst nach der Roten Karte gegen Isaac Vorsah und dem damit verbundenen 0:1 (37.) aufwachte, war dem Ex-Austrianer aber ein wenig Dorn im Auge.

„Zu zehnt haben wir unser wahres Gesicht gezeigt. Da war es vielleicht aber schon zu spät. Es war aber ein wichtiger Punkt für die Moral“, sagte Schiemer. Dem gab auch Salzburgs Torschütze Kevin Kampl (61.) recht: „Wie wir zurückgekommen sind, zeugt von Teamgeist und Charakter.“ Zwei Dinge, die den Mozartstädtern im Frühjahr bekanntlich abgesprochen wurden. Dass sich zehn Salzburger in Wien nicht dem Schicksal ergaben und die Austria noch gehörig beschäftigten, durfte bei den „Bullen“ durchaus positiv vermerkt werden.

Verkraften mussten sie nämlich auch eine schwere Verletzung von Martin Hinteregger. Der 20-Jährige prallte nach Seitenwechsel nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung unglücklich mit Alexander Gorgon zusammen und erlitt neben einer Gehirnerschütterung auch einen Nasenbeinbruch. Hinteregger verbrachte die Nacht im Unfallkrankenhaus Meidling, am Montag standen Folgeuntersuchungen auf dem Programm.

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Die neun ausstehenden Runden dürfte der U21-Internationale versäumen. In diesen will sich Salzburg noch einmal von der besten Seite zeigen. „Der zweite Platz darf nicht mehr in Gefahr geraten, und wir wollen auch wieder besser spielen“, kündigte Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick nach der Partie in Wien an. Natürlich habe man sich im Frühjahr mehr Punkte erwartet, betonte der Deutsche gegenüber dem ORF, jedoch stellte auch Rangnick fest: „Die Austria spielt eine überragende Saison.“

Vorzeitige Gratulationen vonseiten des Titelverteidigers an die Wiener blieben trotzdem aus. „Das wäre auch respektlos“, stellte Salzburgs Trainer Roger Schmidt klar. „Wenn sie das durchziehen, haben sie die Meisterschaft auch verdient. Ich bin sicherlich der Erste, der Peter (Stöger, Anm.) dann gratuliert. Aber erst, wenn es soweit ist.“ (APA)


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